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Birdy von
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Wenn die Seele sich in die Luft erhebt
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Nach
dem Roman von William Wharton mit: Manolo Palma (Al Columbato, 17 J.), Andreas Schwankl (Birdy, 16 J.), Dirk Weidner (Al Columbato, 22), Stefan Siewecke (Birdy, 21), Steffen Steglich (Dr. Weiss, Psychiater), Wolfgang Hütter (Renaldi, Pfleger) Kurz gesagtt Das Stück spielt zur Zeit des Vietnamkrieges in der Psychiatrischen Abteilung einer Militärklinik in Kentucky. Die Vergangenheit in einem Vorort Philadelphias. Es ist das extreme Schicksal zwei junger Männer, die in ihrer Schulzeit engste Freunde waren und sich nun, von den Gräueln des Krieges verwundet, in der Klinik wiederfinden. Es ist eine Begegnung auf Leben und Tod. |
Es ist eine erschütternde Geschichte, eine, die sich vielleicht besser liest als ansieht. Gleichwohl ist es der Tribüne gelungen, eine äußerst eindringliche Inszenierung auf zwei Ebenen - Vergangenheit und Jetztzeit - auch bühnentechnisch wirkungsvoll darzustellen. Aber die ganze Wucht der Kindheitserlebnisse und der Kriegsereignisse kann nur annähernd, fragmentarisch angedeutet werden, und wie leidvoll die Geschichte der beiden Jungen wirklich ist, läßt sich nur ansatzweise nachempfinden. Da ist der scheinbar rüde, harte Al Columbato, ein gut aussehender, sportlicher Typ, der Chancen bei den Mädchen hat und weiß, wie er sich seiner Haut zu wehren hat, wenn sein Vater ihn einmal wieder zusammengeschlagen hat. Sein Freund Birdy ist der weiche Typ, der Künstler, der Traumtänzer, leicht abgehoben, der sich weder für Mädchen noch für die Welt, sondern allein für die Zartheit und den Flug der Vögel interessiert und sich beinahe schon mit ihnen identifiziert. Und Al, der ihn sehr gern hat, trägt diesen Spleen bis zu lebensgefährlichen Flugexperimenten als total cool und übermütig mit. Dann trennt der Vietnamkrieg die beiden Freunde. Sie werden eingezogen, verwundet. Birdy landet in der Psychiatrie. Unbeweglich hockt er wie ein Vogel zusammengekauert in der Ecke und gibt keinen Pieps von sich, den Blick in eine weite Ferne gerichtet. So findet ihn Al, der schwer verwundet ist und auf seine nächste Gesichtsoperation wartet, vom Arzt in die Pflicht genommen: Al soll Birdy aus seiner Isolation locken, andernfalls wird dieser als verrückt in eine Anstalt überwiesen. Und Al müht sich verzweifelt, Birdy wieder zum Leben zu erwecken, ihn in die Gegenwart zu holen, in dem er Geschichten aus ihrer Vergangenheit lebendig werden läßt. Rainer Behrend läßt zwei junge Schauspieler die Vergangenheit erzählen und zwei andere in der Gegenwart spielen. Damit entwickelt sich die Erzählung zum lebendigen, abwechslungsreichen Drama. Während Al in seinem beinahe ausweglos erscheinenden Kampf um Birdy`s Bewußtsein in seine Erinnerung abtaucht, versucht der Doktor, auch Al`s seelische Defekte transparent werden zu lassen. Doch Al wehrt sich mit aller Brutalität gegen jede Form von Annäherung oder Berührung. Die Wunden und Traumata, die er durch den Vater und den Krieg erlitten, sind zu tief und zu schmerzhaft als dass sie ans Tageslicht gezerrt werden könnten. Und während er, kaum merklich, seine eigene Isolation und Lebenssituation erkennt, holt er Birdy aus der abgesonderten Vogelwelt zurück - aber nicht in eine neue Wirklichkeit, sondern in ihre alte Traumwelt, die sie als Jungen als Zukunftsvision für sich erfanden... Auch für den Pfleger, der tagtäglich die Schrecknisse des Krieges durch die Patienten erfährt und verzweifelt nacherlebt, ist das Leben, das er jetzt erfährt, eine Leidensetappe. Und der Arzt? Auch er ist zutiefst verunsichert und wehrt sich vehement gegen die endgültige Einsicht, dass Schock und Traumata sich der Seele bemächtigen, ohne dass ein Mensch deshalb als unheilbar aufgegeben werden darf. Eine schauspielerisch sehr nahe gehende Aufführung, die trotz aller Tragik auch Raum für heitere Momente freigibt. A.C.
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