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Fisch zu viert
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Kriminalschwank nicht nur für DDR-Nostalgiker
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Regie: Carl-Hermann Risse; Bühne und Kostüme: Anna Cumin; Komposition der Moritat: Melanie und Rolf Kühn mit: Judy Winter, Walfriede Schmitt, Rita Feldmeier und Achim Wolff
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Der komische Krimi eines
problematischen Abendessens im Neuruppiner Ferienhaus der Schwestern
Heckendorf wird zur Zeit an der Komödie am Kurfürstendamm als ewiger
Evergreen wieder aufgelegt und verbindet DDR-Nostalgie mit
kompositorischer Leichtigkeit. Die einst sicherlich an Vorgaben
gefesselten Berliner Autoren schrieben dieses Stück 1968 zunächst als
Hörspiel und fanden sofort ein begeistertes Publikum, das sicher in
erster Linie den Spaß und erst dann die Kritik an der Bourgeoisie sah, die sich hinter ihm
verbirgt. Was jetzt die drei souverän agierenden Damen Winter, Schmitt und Feldmeier auf die Bühne stellen, lässt sich vergnüglich sehen und hören: Da die Choreographie und auch die Chemie stimmt, bietet dieses altjüngferliche schwesterliche Kleeblatt, letzte Vertreterinnen einer einst bedeutenden Berliner Brauerei, alles an Reizen und Bösartigkeiten auf, die den guten alten Damen in der natürlich unvergleichlichen Kriminalkomödie "Arsen und Spitzenhäubchen" nahekommen. Allerdings sind diese hier durchaus (fast) bei Verstand, sieht man vielleicht von der leicht meschuggen Clementine einmal ab, die irgendwo im rosa Jungmädchenkleid und Brautschleier steckengeblieben ist. Rita Feldmeier schöpft dabei voll aus ihrem umfangreichen komödiantischen Repertoire. Ihre älteste Schwester Charlotte findet in Judy Winter eine harte, zynische Geschäftsfrau und unerbittliche Hüterin der schwesterlichen Tugend und ihres gemeinsamen Vermögens! Und die lebenslustige Cacilie, die trotz ihrer beträchtlichen Reize den einzigen Bewerber in ihrer Jugend nicht zu fesseln vermochte - diesen Temperamentbolzen läßt Walfriede Schmitt als Attacken reitende Karikatur über die Bühne toben. Alle drei verbinden zwei Dinge: Ihr Geiz und ihre alte, noch nicht vergessene Liebelei mit dem gemeinsamen Diener Rudolf, dem sie während ihrer Schäferstündchen jeweils ein Teil ihres Erbes versprachen. Und Rudolf, der sein Alter und die damit verbundenen Gebrechen unaufhaltsam auf sich zukommen fühlt, den Tod der wackeren Mädchen aber durchaus noch in weiter Ferne sieht, will nun nach 30 Jahren treuer Dienste in allen Lebenslagen seinen "Lohn" anfordern, um eine Weltreise zu machen. Wie Achim Wolff als würdevoller Hausdiener und gewitzter Alt-Lover um Lohn und Leben kämpft, das ist schon köstlich. Dass dies harmlose Stückchen wie in einem echten Krimi natürlich auch bedenklich endet, ficht niemanden etwas an; das ist das Geheimnis einer schnellen, hübschen Farce, deren fehlender Tiefgang durch schnellen Witz und schillernden Übermut der Darsteller ersetzt wird. A.C.
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