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Kroll's Etablissement
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Amüsement à la Kroll
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Mit: Gabriele Streichhahn, Jens-Uwe Bogadtke, Carl Martin Spengler und Ute Falkenau am Klavier
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Es scheint beinahe unmöglich, dieses Thema - Aufbau, Vernichtung, Neuanfang und wiederum ein Aus für die Kroll Oper aus alten Berliner Tagen - so zu beschreiben, dass der Spaß den Vorrang hat, mit dem die drei blendend aufeinander eingespielten Darsteller die Vergangenheit als bizarre und bunt gefächerte historische Landschaft Revue passieren lassen, in der die Worte Kapriolen schlagen, die Sprache perlt und alle Schwermut, die bei dieser Rückschau aufkommen könnte, mit heiteren Apercus gewürzt und mit allerlei musikalischen Köstlichkeiten herzlich präsentiert wird. Sie ist eine eine urechte alte Berliner Geschichte, die von Kroll's Etablissement, für das der findige Geschäftsmann und gewiefte Unternehmer Joseph Kroll 1843 mit den Architekten Langhans und Knoblauch und dem Wohlwollen Friedrich Wilhelm IV. den Grundstein legte. Der König allerdings gab nur den Segen und das Grundstück. Alles andere musste Kroll selbst erschaffen: und wie er das machte! Bis zu 5000 Gäste fasste das palastartige Gebäude mit drei riesige Sälen, 13 Logen und weiteren 14 Zimmer für kleine Gesellschaften. Und wie die Berliner halt so sind und immer schon waren: Sie begleiteten alle Neuerungen mit köstlichem Spottversen, Moritaten und Spruchweisheiten, vor allem aber liebten sie Vergnügen und Abwechslung über alles. Doch wehe, die Sensationen erschöpften sich! Dann musste Kroll schnell Neues zaubern, um die sensationshungrigen Gäste zufrieden zu stellen, und wenn nicht ständig neue Attraktionen auf den Tisch kam, schmollten sie, und die Einnahmen des Hauses gingen darob rapide zurück. Und die Berliner taten damals mit Freude, was sie auch heutzutage überaus liebend tun: sie meckerten und kritisierten ohne Scheu und Unterlass! Die ganze große Geschichte über ein
ganzes Jahrhundert hinweg (1951 wurden die letzten Reste der
Krolloper abgerissen, während zum selbem Jahr das Schloss im anderen
Teil Belins der Abrissbirne zum Opfer fiel!) hat Barbara Abend
unterhaltsam und mit Humor dramaturgisch aufgearbeitet. Sie beginnt mit
dem Ende und führt zurück zum Anfang - zwischendrin viel Heiteres, denn
die Marotten der Menschen, vor allem die der Herrschenden und der sturen
Kulturbürokratie schlugen zu allen Zeiten Kapriolen, und nur zähe und
gewitzte Berliner wie Kroll und später auch seine Tochter Auguste und
ihr Ehemann, der Kapellmeister J.C. Engel, konnten den Finten der
strammen Gesetzesvertreter immer wieder ein Schnippchen schlagen...
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