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Oh mein Gott von
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Man muss auch an das Ozonloch glauben... |
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Fundamentalismuskritik als
Kasperltheater verschiedene
Spielorte
Text und
Darstellung: Sicher kein Zufall, dass sich Lilly Waldens neues Stück problemlos in den "Frauenmärz" einreiht - einer sehr selbstbewussten politisch wie künstlerisch ambitionierten Darstellung moderner Frauen und ein Zeichen, leider, dafür, dass Emanzipation noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.
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Der Name des Theaters - wilde Mischung - ist Programm seit eh und je. Denn Frau Walden ist alles zugleich: Künstlerische Leiterin, Texterin, Darstellerin, Diskussionsleiterin, Motor und Promotor, Musikerin und Puppenmacherin und Spielerin. Dass dabei zuweilen ein Furioso an Einfällen, an Spots und Gedankenflitzerei entsteht, ist die Würze ihres durchaus absichtsvoll vielseitig komponierten Theatermenüs. Und noch ein Mittel wählt sich die
Schauspielerin, das erprobt und erfolgversprechend in jeder Hinsicht
ist: Sie bedient sich als Vortragsstellvertreterin des
schweizerdeutschen Dialekts, während sie den Kasper schwäbeln lässt
und die Herren der fremden Religionen in ihren jeweiligen Idiomen
karikiert. Und damit ihre geistreichen, geschickt kabarettistisch
aufgearbeiteten Hiebe gegen die Frauenfeindlichkeit im Christen- und
Judentum, im Islam wie im Hinduismus und Buddhismus den Gästen nicht
allzu sehr auf den sensiblen Magen schlagen ( oder den Geist zu arg
strapazieren), serviert sie zwischen den Gängen auf ihrer Minitrompete
oder auf dem Xylophon ein erfrischendes Potpourri eingängiger
Es soll nun tatsächlich Zuhörer gegeben
haben, die sich durch die harsche, aber gleichsam humorvolle Geschichts-
und Religionskritik wegen der (mit den durchaus bekannten Grausamkeiten gespickten)
menschen- und vor allem frauenverachtenden Auswüchse religiöser
Fanatiker getroffen fühlten; Dabei tritt die Frage auf,
wie man denn die Kämpfe, Schlachten, Unbarmherzig- und Ungerechtigkeiten vergangener
Zeiten wie den Terrorismus der Gegenwart anders aufarbeiten
sollte, als den Symptomen auf den Grund zu gehen und sie mit
Humor und unverblümter Offenheit ans Tageslicht zu zerren? Natürlich entstehen
logischerweise dabei auch verzerrte Bilder - Karikaturen, die
zur Reflektion aufrufen, Bilder, die manchmal schief stehen mögen
wie der Turm und die Studie von Pisa (einer Intelligenz- und Leistungsstudie,
die deutsche Lehrerhirne ins Grübeln brachte). Aber auch wenn
die Bilder wackeln, so sind sie doch ein Indiz für die Wirklichkeit, die
sich hinter ihnen verbirgt. Aber das ist eben auch der Witz einer
jeden Karikatur, eines Kabaretts, einer pfiffigen Theaterkomödie: man
zeichnet und überzeichnet Situationen, um sie transparent und
verständlich zu machen. Ihre Wirkung ergibt sich oftmals aus
de Absurdität von Vergleichen und Assoziationen. Man kommt so zu
der Wahrheit hinter den Dingen. Da gibt es natürlich auch viele Ungereimtheiten, schnelle, populäre und populistische Schlussfolgerungen, sehr eingeschränkte historische Betrachtungen und klare politische Bekenntnisse in diesem insgesamt aber kurzweiligen und intelligenten Potpourri. Schließlich verkündet es ja in seinem Titel deutlich ein religiöses Anliegen: Oh mein Gott - was hat der Mensch aus dieser Welt gemacht, was ist aus Deinen Vorgaben geworden! Eine eher positive Alternative wäre es gewesen, auch Frauen der Historie und aus der Gegenwart zu Wort kommen zu lassen. Leider mussten aber die faszinierenden Frauenrollen in der Religionsgeschichte aus dramaturgischen Gründen gestrichen werden. Aber das wäre vielleicht dann ein Thema für ein nächstes Stück - Frauen, die mutig und erfolgreich gegen Intoleranz, unbarmherzige Traditionen, Ungleichheit und Ignoranz der männlichen Vorherrschaft kämpften. A.C. |