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Schlafzimmergäste von Deutsch von Nikolaus Hansen
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Da werden dunkle Emotionen wach |
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Originaltitel: Bedroom Farce Regie: Folke Braband Regieassistenz: Benjamin Knight Bühnenbild: Tom Presting Kostümbild Katharina Beth mit: Eberhard Prüter, Christine Prober, Rainer Reiners, Pia Baresch, Guido Hammesfahr, Greta Galisch de Palma, Gerd Lukas Storzer, Milena Dreißig
Kurzkritik: Ein unsensibles Paar trägt seinen Ehezwist vor anderen aus - vorzugsweise zu nächtlicher Stunde in deren Schlafräumen. Eine witzige, bisweilen etwas "sehr deutsch" inszenierte Komödie des englischen Erfolgsautors Alan Ayckbourn.
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Trevor und Susannah sind Leute, die man dezent als „taktlos“ und „aufdringlich“ bezeichnen würde. Das allerdings trifft den Kern ihres Wesens nur annähernd. Eher führen sie sich als stressige, partyzerstörende, nachtruheraubende menschliche Monster auf, die mit beinahe terroristischer Ignoranz gegenüber den Ruhe-Bedürfnissen anderer Menschen ihr Ego in das Zentrum allen Geschehens stellen. Dass zwei so gleichgeratene Partner auch miteinander keine Harmonie finden, versteht sich beinahe von selbst. Aber dass sie auch ihren Eltern und Freunden jegliche Harmonie zerstören, soweit noch vorhanden, das geht an die Grenze des Erträglichen und Zumutbaren. Nur, wie geht man mit solchen Zeitgenossen um, die sich nicht einmal hinauswerfen lassen? Folke Braband hat diesmal eine amüsante, aber auch streckenweise etwas klamottige Inszenierung kreiert, die den Intentionen des englischen Satirikers und Erfolgsautors Sir Alan Ayckbourn wohl weitestgehend gerecht wird. Dazu trägt nicht wenig die passende Bühnendekoration von Tom Presting bei, der drei Schlafzimmer aufgebaut hat, die der jeweiligen Persönlichkeit ihrer Bewohner entsprechen. Katharina Beth hat dazu die Garderobe für alle typisch, nämlich üppig, flippig oder elegant oder kunterbunt-alternativ, ausgewählt. Da sind in einem mit Blumendekor gemusterten Schlafzimmer also die Alten, die Eltern des unmöglichen Trevor, nämlich Delia (Christine Prober) und Ernest (Eberhard Prüter), die sich köstliche, mit vornehmer Attitüde und mit trockenem Witz gewürzte Unterhaltungsparts vor und nach einem ziemlich mißglückten Restaurantbesuch bieten und die den nächtlichen Besuch ihrer überdrehten Schwiegertochter mit wahrlich gelassener Höflichkeit hinnehmen. Und da ist weiter das elegante Doppelbett in Blau-Grün unter einer romantischer Wald-Fototapete, in dem der Hypochonder Nick (Rainer Reiners) seine Muskelverzerrung zu Lasten seiner sanften Frau Jan (Pia Barresch) voll auskostet. Warum Jan diesen Tyrannen dermaßen geduldig erträgt, wird erst deutlich, als sich offenbart, dass sie den schrecklichen Trevor zuvor ebenfalls lange Zeit ertragen hat – und ihm noch heute nachtrauert. Liebe ist eben ein Geheimnis. Und da ist das dritte, flippige Schlafzimmer von Kate und Malcolm mit einem witzigen Frank Zappa Klobild vor dem Eingang und mit einem stets zerwühlten bunten Bett und unfertigen Selbstbastler-Möbelteilen. Die Beiden sind eigentlich unkompliziert, übermütig, fröhlich miteinander, doch schon bald wecken der penetrante Trevor und seine Heulsuse Susannah auch bei diesem Paar die dunkelsten Emotionen. Als Kate besticht Greta Galisch de Palma mit entzückenden Variationen einer weiblichen Psyche und Guido Hammesfahr bleibt als Malcolm das, was man gemeinhin als „typisch Mann“ bezeichnet: ein bisschen selbstherrlich und eitel, angemessen unsensibel und dickköpfig, aber irgendwie immer wieder recht lieb. Wie und was sich jetzt zwischen diesen vier Paaren in nächtlichen Stunden abspielt, sind Szenerien von Ehen, Riten, Krisen – alles hervorgerufen durch diese unerträglichen (Mordgelüste weckenden) Trevor und Susannah, Menschen, denen man niemals begegnen möchte. Und doch weilen sie mitten unter uns! Zum Trost: Gerd Lukas Storzer als Trevor und Milena Dreißig als Susannah spielen diese Typen nur – und das hervorragend! A.C.
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