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Souvenir
von deutschsprachige
Erstaufführung |
Eine Erinnerung an Florence Foster Jenkins
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mit Désirée Nick und Lars Reichow Regie: Torsten Fischer Bühnenbild: Vasilis Triantafillopoulos Kostüme: Andreas Janczyk Deutsch von Lida Winiewicz
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Vielleicht muss man sich das Ganze so vorstellen: Anno 1930 in New York; Damen der Gesellschaft tauschen unerhörte Neuigkeiten aus: die steinreiche, spleenige Florence Foster Jenkins wird im Ritz ein privates Konzert geben! Was die Gemüter daran erheitert: diese Dame kann nicht ein einzige richtige Note singen, geschweige denn eine komplette Arie. Und dennoch soll dieser Abend große Opernpartien berühmter Komponisten bieten. Da muss man einfach dabei gewesen sein; die Neugierde der Reichen und Neureichen ist groß, das Amüsement noch größer; man lacht, hält sich die Seiten und die Taschentücher vor Augen und Mund, um die Sängerin zu schonen. Seltsam, aber wahr: das Publikum bleibt dieser unglaublich unbegabten Sangeskünstlerin treu; Denn sie ist eine der Ihren, man ist unter sich, ist ohnehin gesättigt von allen Amüsements, man ist partymüde und neugierig-versessen auf Abstruses, Ungewöhnliches. Und wie gerne amüsieren sich die Leute auf Kosten anderer... Florence bietet es ihnen, mit nimmermüder Hingabe, unerschütterlichem Selbstbewusstsein, ebenso strahlend und wie beseelt, schmettert sie sich mit schmerzender Atonalität von Konzert zu Konzert bis hin zur Schallplattenaufnahme und am Ende, 76jährig - zu einem großen, jedoch katastrophal endenden Abend in der Carnegie Hall! Ihr zur Seite steht der Jazzmusiker Cosme McMoon, ein armer Wicht, der sowohl dem Charme und der Überredungskunst, vor allem jedoch der unbegreiflichen Naivität der Lady erliegt - und natürlich der finanziellen Verlockung. Das hart verdiente Salär ermöglicht ihm nun eine sorgenfreie Arbeit an eigenen Kompositionen, die allerdings niemals zu Gehör gebracht werden sollten...
Das ist ein merkwürdiger Stoff für die
Bühne; denn er kokettiert mit der Naivität, der Realitätsferne einer
eigenwilligen Frau, die berauscht ist von der wundervollen Musik, die
"sie im Kopf" hört, jedoch niemals umzusetzen vermag. Ob jemals ein
Psychiater ihr zur Seite stand? Das ist nicht sicher; fest steht nur,
wie Temperley ebenso witzig wie liebevoll in seinem biographischen
Broadway-Hit beschreibt, dass man Madame Flo von frühester Kindheit an
geraten hatte, niemals öffentlich zu singen. Aller Warnungen zum Trotz
hielt sie sich selbst für eine große Künstlerin, ignorierte mit
entwaffnender Argumentation Kritik und Zweifel, erzwang unerschütterlich
die schwierigsten Tonkaskaden, im festen Glauben an ihr "absolutes
Gehör".
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