| Viel Lärm um Nichts
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Warum Frauen die Klügeren sind und Männer es nicht wahrhaben wollen...
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| Sommertheater im
Being Othello Shakespeare open air 2005 im Monbijoupark Berlin Mitte mit: Michael Schwager; Annegret Geist, Carsta ZImmermann, Roger Jahnke, Thomas Kornmann, Torsten Schnier Regie, Künstlerische
Leitung und Textfassung: Jan ZImmermann
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Drei Männer vermummt bis auf den Bart in regendichtes gelbes Ölzeug (aus Erfahrung der Berliner Sommernächte klug geworden...) mühen sich sozusagen als einleitende Conferenciers um das Verständnis der Zuschauer für englischen Humor. Zugegeben, manche haben`s nötig - wer allerdings Shakespeares lust-und spottreiche Schmankerl liebt, weiß schon, wo der Schelm sitzt - in kunstvoll geschwungenen Sätzen, in prickelnden Bonmots, in Lebens- und Alltagsweisheiten, die über 400 Jahre nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Nun wimmelt es ja geradezu in jedem Berliner Theatersommer von Shakespeare-Inszenierungen. Aber dabei hat jedes Off-Theater seinen eigenen Stil, jeder Einfall ist bemerkenswert, und es spricht für die kunstvoll gebauten Stücke, dass sie so viel Variationen zulassen, wie es nur Einfälle gibt. Beim "Hexenkessel" bietet sich in allen Aufführungen ein bunt gemischtes Mix aus Originalzitaten und eine abstrahierte, in Comedy umgesetzte Handlung, die sich selbst oft reichlich karikiert und damit distanziert, sich aber auch wiederum an die berühmte Comedia dell`arte anlehnt, wenn auch die Masken teils elisabethanisch, teils recht heutig daherkommen. Aber, auch hier, im reizvollen Liebesdoppel, in dem die einen sich scheinbar und die anderen anscheinend lieben (und dann umgekehrt), spielt man mit Masken und hüpft ein kleines Tänzchen (bei dem man ein bisschen zu eng am echten Bühnenbaum entlangschrammt!) und tauscht natürlich die Rollen - um Liebeswerber oder Bösewicht-Bruder zu sein oder dem anderen hinter die Fassade zu schauen und damit eigentlich mitten ins Herz. Auf der phantasievoll in zwei Ebenen aufragenden Bühne können sich die Darsteller ansatzweise in einem Schrank oder hinter Gardinenschleiern hübsch verstecken, um zu belauschen, was da über sie und andere geklatscht wird; denn Tratsch war und ist noch immer ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Aber es wird auch mächtig intrigiert, machtvoll gestritten und schmerzlich gelitten. Der Zuschauer allerdings ist mehr amüsiert, denn er weiß, dass auch das tragische Element in der Komödie letztlich nötig ist, um zum Happy-End zu kommen. Die bösartige Verleumdung und schmachvolle Erniedrigung der sprachlosen Braut - allerdings ruft die (weit ausholende) soziale Interpretation im Programmblatt durchaus Entrüstung hervor - gibt es doch auch heutzutage immer noch in gesellschaftlichen und ethnischen Gruppen (mitten unter uns), die eine niedere Stellung und geringe Wertschätzung der Frau für selbstverständlich halten... Wer sich allerdings so stark und mächtig gebärdet wie die schöne, spöttische Beatrice, der kann schon mal einen Macho aus der selbst gestrickten Art eines Frauenfeindes wie Benedikt schachmatt setzen. Natürlich nicht so ganz ohne die Hilfe der Freunde, denn der Stolz ist schon eine verflixt hohe Barriere. Ende gut, alles gut - das wird garantiert, sowohl bei Shakespeare als auch beim Hoftheater-Ensemble, das sich nicht lumpen lässt, und das Ganze beträchtlich kürzt, damit sich niemand langweilt. Das wäre nicht nötig gewesen, denn jeder Satz ist köstlich, jede Szene ein Augen- und Ohrenschmaus, und wer nicht genug bekommen kann, der sollte den Abend mit beiden Inszenierungen (Being Othello zuvor) auf sich wirken lassen. Meistens ist es regenfrei. A.C.
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