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Wind in den Pappeln von |
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Regie: Torsten
Fischer; Bühne: Vasislis Triantafillopoulos; mit: Harald Dielt als René, Jürgen Thormann als Gustave und Jörg Pleva als Fernand |
Dramen, Komödchen, Ernsthaftes wie Heiteres schlingen sich in Abständen immer wieder einmal um die Schicksale und Skurrilitäten älterer Menschen; nicht immer sind diese Stücke mit Pfeffer und Salz ausgewogen gewürzt, das heißt, dramaturgisch spannend und fesselnd konzipiert; aber sie sind eigentlich immer geistreich, rührend und - sie stimmen nachdenklich. In dieser Fassung des Franzosen Gérald Sibleyras hangeln sich drei Veteranen des ersten und zweiten Weltkriegs durch die Monotonie ihres Lebens in einem von einer unsichtbar bleibenden, aber sehr wohl präsenten Ordensschwester geführten Altenheim. Man soll nichts beschönigen; denn so, wie der Autor sicherlich gut recherchiert hat, muß solch ein Leben, trotz aller Anmut der umgebenden Landschaft, schrecklich langweilig und öde sein. Drei Männer, unterschiedlich in Herkunft, Geist und Charakter, eint ihr soldatisches Heldentum, das sie seit Jahren allerdings mit Einsamkeit und Langeweile teuer bezahlen müssen. Unzufrieden und unausgefüllt nörgeln sie sich durch den Tag, attackieren einander mit ihrem Sarkasmus, ihrer verqueren Weltanschauung und einer in Bitternis verpackten Lebenserfahrung (Gustave), mit dem Stigma der Hirnverletzung (Fernand) und dem -allerdings - zu nichts führendem Gleichmut des gehbehinderten René. Fernand, von Jörg Pleva zwischen
Hirnattacken und aufblitzendem Wachzustand mit leichten Wahnanfällen
munter dargestellt, hat seiner unerträglichen Familie seit langem
abgeschworen und läßt deren Briefe von Gustave beantworten. Jürgen
Thormann umgibt diesen mit einem scheinbar harten militärischen Mantel,
der seine Enttäuschungen mit Hass und Angeberei verdecken soll. Ein sich
aufblasender Held, der aber im Grunde seines Herzens eine Heidenangst
vor den Menschen hat, die ihn verließen und zurückließen. Dass die
anderen beiden zu ihm stehen, mag mehr an ihren unausweichlichen
gemeinsamen Schicksal als an echter Sympathie liegen. Und doch sind sie
bald eine verschworene Clique, als sie versuchen, aus der Enge ihres
Daseins aus- und aufzubrechen: 60 Kilometer weiter, hoch auf den Hügel,
den sie von ihrer Terrasse aus erblicken können, zu den Pappeln, durch
deren leichte Zweige der Wind streicht. Eine Ahnung von Zärtlichkeit und
Freiheit, eine Hoffnung auf die Erfüllung einer nicht genau zu
fixierenden Sehnsucht...
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