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Wunder befördern
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Hart, aber fair - oder, wie eine Theateraufführung entsteht
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"Ein heiterer Capek-O'Casey-Abend" im
Fassung und Regie: Barbara
Abend es spielen: Carl Martin Spengler, Jens-Uwe Bogadtke, Peter Rauch und Gabriele Streichhahn
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Zwischen ihnen liegen Welten - nicht nur geografisch, sondern auch, und damit eng verbunden, in ihrem Humor, in ihrer Mentalität. Zuerst der Tscheche, Karel Capek, Autor, Dramaturg und Regisseur eines Prager Theaters. Sein kleines Brevier "Wie ein Theaterstück entsteht und Führer durch die Kulissenwelt" steht für diesen gespielten Ausflug auf die Probenbühne und die darauf versammelten eigenwilligen Charaktere Pate. Denn man könnte an diesen egozentrischen, widerborstigen, gelangweilten Menschen wahrlich verzweifeln, wenn sie nicht alle ihre Liebe zum Theater einte. Karel Capek, der, wie alle Humoristen, so gar nicht lustig veranlagt war und tragischerweise 1938 an der Folge seines Hungerstreiks gegen die Alliierten starb, hat mit seinen heiter-ironischen Betrachtungen die Theaterwelt bereichert, doch es dauerte einige Jahrzehnte, bis man ihn, den Erfinder des Begriffs "Roboter", wieder und neu entdeckte. Das Kleine Theater im Palais, das seinem Anspruch und seinem Schauspielerteam seit mehr als 2o Jahren treu geblieben ist, läßt den vielseitigen Carl-Martin Spengler in die Rolle des Schauspielers schlüpfen, der in dem vorgesehenen Stück nur eine klitzekleine Rolle als Telegrammbote und einen mageren Halbsatz zu sprechen hat, aber mit heißem Blut die jämmerlichen Proben, den sanften Protest des bedauernswerten Autors und die verzweifelten Bemühungen des strapazierten Regisseurs, aus einem ungenügenden Vorlage und desinteressierten Darstellern eine gute Inszenierung zu zaubern, verfolgt. Mit trockenem Witz und beachtlicher komödiantischer Ausschmückung kommentiert Spengler den Fortlauf des Geschehens und gibt den ausgeprägten Typen, die scheinbar alles tun, um die Aufführung zu boykottieren, ganz sicher ihre Authentizität. Wie es dem unscheinbaren Telegrammboten dann aber gelingt, seine eigene Rolle trickreich in Mittelpunkt zu stellen und den Erfolg der Premiere einzuheimsen, gehört zu den " Wundern des Theaters" und sei nicht verraten! Dass hinter solchem Naivling dann doch so ein Schlaumeier und Theaterhase steckt, hätte wohl keiner vermutet. Von gänzlich anderer Schlagkraft ist der Ire Sean O'Casey, dessen realistische, dramatisch überzeichnete Stücke man in Berlin schon an verschiedenen Bühnen sah. Diesen humoristischen Einakter könnte man als "hart, aber fair" betiteln, und mit der bewundernswert wandlungsfähigen Gabriele Streichhahn als handfeste und kluge Bauersfrau, dem in so manchen Charakterrollen erprobten Jens-Uwe Bogadke als widerborstiger Möchte-gern-Macho und dem herrlichen Typus Peter Rauch als Freund des Hauses, dessen Ruhe kein noch so widriges Geschehen stören kann, läuft eine Inszenierung, wie sie O'Casey gefallen hätte: prall, bunt, widersprüchlich, ja, beinahe archaisch; denn der Humor ist ungewöhnlich derb, die Verhältnisse auf dem Lande sind ungemein bescheiden, die Arbeit hart und endlos, doch der Lebensdrang der Menschen ist ebenso vital wie chaotisch. Durch die starke und doch gar nicht so wirklichkeitsferne Überzeichnung der Un- und Zufälle entsteht eine absurde Tragik, die ja hinter jeder Komödie steckt, und die das klassische Volkstheater kennzeichnet. Allerdings ist dieser Humor für uns doch etwas gewöhnungsbedürftig. Ach ja, worum es eigentlich geht: ganz einfach: Mann und Frau tauschen einmal die festgefahrenen Rollen: die Frau übernimmt die Arbeit ihres Mannes und mäht die Wiese; der Mann stellt sich mit großartiger Selbstüberschätzung den Aufgaben im Haus und im Stall. Na, denn! A.C.
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