Hier kommt Lupe

von
Thomas Sutter

 

 

Wie man die Langeweile bekämpft...

   

Atze

Kinder- und Jugendtheater

Berlin, Max-Beckmann-Saal

Luxemburger Straße

 

 

 

  

Zurück

  Hier kommt Lupe - und zwar laut und heftig, und damit macht er sich gar keine Freunde. Und deshalb wird er immer unzufriedener, und je mehr er mit sich und den anderen hadert, desto mehr größer wird auch seine Langeweile. Er stößt die freundliche Nachbarin vor den Kopf, dann verärgert er die Lehrerin und seine Freundin Lilly, die es doch gut mit ihm meint. Und mit dem Vater bekommt er wegen des Fernsehens ohnehin immer Streit! Lupe ist elf Jahre alt und wirklich kein schlechter oder dummer Junge; er ist nur einfach unzufrieden - mit sich und der Welt, und vor allem sucht er die Schuld an allem Übel stets bei den anderen, niemals bei sich selbst.

Da erscheint eines Tages wie ein Blitz aus heiterem Himmel eine kleine hübsche Fee, die zaubern kann und sich Maxi nennt. Und obwohl Lupe das natürlich gar nicht glaubt - schließlich ist er ja kein Kleinkind mehr, das an Zauberei und solchen Quatsch glaubt - wundert er sich mehr und mehr über das, was die Maxi da mit ihm macht; denn sie erzieht ihn mit feiner, leiser Konsequenz, schenkt ihm Phantasie und lässt eine wunderschöne Musik ertönen, die nur er hören kann. Und dann schenkt sie ihm sogar noch eine Mundharmonika! Lupe ist begeistert, und nach und nach lernt er sogar, seinen Ärger zu meistern und seine Fehler einzusehen. Er muss nun auch nicht mehr unbedingt so viel fernsehen, erstens, weil die Augen brennen und zweitens, weil er etwas viel Besseres gefunden hat: die Musik!
Das Ganze ist natürlich, nach Atze-Art, sehr bunt, sehr quirlig, sehr einfühlsam gemacht und mit ebenso rhythmischen wie melodiösen Liedern und witzigen Reimen gewürzt, die sich leicht lernen erlassen, und die ganz einfach nachzusingen sind. Thomas Sutter hat das Manuskript geschrieben, Günter Jankowiak Regie geführt; für die hübschen Kostüme und die Ausstattung sorgte Marie Landgraf und das Bühnenbild geschaffen: eine große freie Fläche, in dessen Mitte eine Art Springbrunnen mit einem Sockel aufgebaut ist, auf dem die Fee Maxi zunächst noch recht leblos thront, bis sie in Lupes Seelenleben eindringt. Um den Sockel herum gruppieren sich die Musiker, die wechselweise auch als Vater und Mutter, Nachbarin, Lehrerin und Klassenkameraden auftreten.

Anne-Katharina Andrees ist die tanzende Fee; Sabine Liebisch, Anette Prüfer, Stefanie Schwenkler, Christian Hille, Bernhard Niemeyer, Christian Schadler und Felix Spiess vervollständigen das sehens- und hörenswerte Ensemble. A.C.