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Die Mutter von Bert Brecht
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Was wäre eine Revolution ohne ihre Mütter?
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Regie: Claus Peymann mit: Affolter, Antoni, Engelsmann, Gilges, Grüntzig, Hofmann, Strößenreuter, Buttchereit, Doering, Gaul, Jacoby, Karge, Kinkel, Lutz, Niehaus, Ossig, Rothmann, Schmidt, Schubert, Seifert, Stöß, Strahl-Schäfer, Tomiska, Tsivanoglou, Werner
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Russland Anfang des 20. Jahrhunderts: Den Arbeitern und Bauern geht es miserabel. Unwissenheit, Armut und Elend bestimmen Sein und Bewusstsein gleichermaßen. Menschenrechte sind ein Fremdwort. Die Willkür der Mächtigen, der Fabrikbesitzer, der Großgrundbesitzer, des Staates, der Polizei ist ungeheuerlich. Da erheben sich die Arbeiter, verteilen Flugblätter, rufen zum Streik auf, demonstrieren öffentlich; aus der Verzweiflung wird Wut, aus der Wut Hass, und im scheinbar unentrinnbaren Zyklus von Gewalt und Gegenwehr erwachst eine neue herrschende Klasse - die sich wiederum der gnadenlosen Unterdrückung als Mittel zur eigenen Macherhaltung bedient. Maxim Gorki (1868-1963) kämpfte als Bühnenautor und Schriftsteller in seinen Werken gegen die Armut und Unterdrückung seines Volkes. 1932 setzten Bert Brecht und Hanns Eisler seine Erzählung „Die Mutter“ in ein dramatisch-musikalisches Bilderbuch für die Bühne um. 1951 wurde diese Vision eines Ideal-Kommunismus zur wegweisenden Inszenierung am Berliner Ensemble mit Helene Weigel in der Hauptrolle. 1970 übernahm Therese Giehse bei Peter Stein an der Schaubühne die Titelrolle. Jetzt hat Claus Peymann als Intendant und Regisseur „Die Mutter“ wieder auf die schrägen Bretter des BE zurückgeholt. Unverändert ist das dramaturgische Konstrukt der gerechten, friedfertigen Revolution abendfüllend, nur nicht mehr so überzeugend. Wenn auch Carmen-Maja Antoni in einer mitreißenden Darstellung der „Mutter“ mit Witz und Zivilcourage den revolutionären Kampf ihres Sohnes auch nach dessen Tode weiterhin unbeirrbar fortsetzt. Therese Affolter als grazile Rosa Luxemburg vorneweg und mittendrin, schleudert mit agitatorischer Schärfe heftige Durchhalteparolen ins Publikum. Dort herrschen Jubel und Beifall - wohl weniger für die mittlerweile schlichte Philosophie intellektueller Bühnenrevolutionäre, als vielmehr für einen immer wieder theatergerechten klassischen Brecht-Abend. A.C. |