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Die Unterrichtsstunde von Eugene Ionesco
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Lauer leeres Geschwätz
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mit Johanna-Julia
Spitzer Regie: Sewan Latchinian (führt ebenfalls hervorragend Regie in dem Stück: "Ich knall euch ab!"
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„Die Nachhilfestunde“ entstand 1951 und trägt den Untertitel „Ein komisches Drama“: Es treten auf: ein Professor, sein Dienstmädchen, eine Schülerin. Der Professor exaltiert sich an völlig sinnlosen Sprach- und Zahlenproblemen derart, dass er das von immer stärkeren Zahnschmerzen befallene Schulmädchen schließlich mit einem imaginären Messer ersticht. Dann versteckt er gemeinsam mit dem Dienstmädchen die Leiche. Beiläufig wird erwähnt, dass dies heute nun schon der vierte Fall heute sei, worauf es klingelt, und die nächste Schülerin erscheint. Kein Glanzstück also für eine neue Pisastudie, aber ein herzerfrischender Spaß, in dem Johanna-Julia Spitzer als schmerzgebeutelte Schülerin eine komödiantische Spitzenleistung liefert, Birgit Berthold ihre Rolle diabolisch würzt und Manfred Struck als überspannter Professor echt fies wirkt. Eugène Ioneso, 1012 als Sohn einer Rumänin und eines Franzosen geboren, in Frankreich aufgewachsen und später Französischlehrer an der Universität Bukarest, wollte kein Theater des erhobenen Zeigefingers, kein politisch-gesellschaftliches Lehrstück à la Bert Brecht, den er zutiefst ablehnte, vielmehr sah er sein Theater als Enthüllung, als szenisches Spektakel und als witziges Wortspiel, in dem aus einer Maus ein Elefant wird. Dazu bedient sich Ionesco einer übersteigerten Darstellung des Banalen, er reduziert jegliche Handlung auf das rein Spielerische und löst psychologisch durchgezeichnete Charaktere durch Clowns und andere Kunstfiguren ab. An die Stelle eines sinnvollen, kommunikativen Dialogs setzt er leeres Geschwätz, und seine dramaturgische Konzeption kehrt zumeist am Ende zum Anfang zurück. Absurd sei vor allem das, was nicht absurd erscheine, sagte der Dramatiker einmal, der sich stets energisch gegen tiefsinnige Auslegungen seiner Werke wandte. Sewan Latchinian hat diese Aspekte in seiner Regie überzeugend herausgearbeitet, aber es steht natürlich jedermann frei, sich dennoch tiefsinnige Gedanken über diese Unterrichtsstunde zu machen, die vielleicht doch gar nicht so absurd ist, wie sie zunächst scheint... A.C.
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