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VOLPONE von Übersetzung von Elisabeth Hauptmann und Benno Besson
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Fehlender Mut zur Komödie?! |
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Volpone - Samuel Finzi Regie - Dimiter Gotscheff Kurz gesagt: "Volpone" oder "Mitko Gotscheffs fehlender Mut zur Komödie", so müsste der Titel der Inszenierung am Deutschen Theater eigentlich lauten. Ben Jonson schuf vor 400 Jahren mit seiner klar strukturierten Komödie "Volpone" die Basis für ein furioses Feuerwerk an komödiantischen Einlagen, das für jeden Schauspieler mit komischem Talent einem Freudenfest gleichkommen müsste, wenn da nicht manchmal ein Regisseur im Wege stände. |
von Torsten Hermann Der reiche Kaufmann Volpone (brillant leidend, trotzig und hinterhältig gespielt von Samuel Finzi), gesteht im Prolog, dass er sich nicht durch der Arbeit Fleiß, den Besitz von Aktien oder Ölquellen bereichert, sondern durch das Ausnutzen menschlichen Seiten wie Habgier und Egoismus. So beschließt er (seinen nahen Tod vortäuschend) mit Hilfe seines Dieners und Schmarotzers Mosca (Wolfgang Koch, ein Virtuose auf der Klaviatur des Komischen) für die Aussicht der Alleinerbschaft reiche Venezianer zu großzügigen Schenkungen an ihn zu bewegen. So überredet Mosca unter anderem den geizigen Corbaccio (in komischer Schrillheit unübertroffen - Margit Bedokat) seinen Sohn Bonario zu Gunsten Volpones zu enterben und den eifersüchtigen Corvino, Volpone seine sonst so "gut" behütete Frau Columba als Zeichen der Ergebenheit anzubieten. So entwickelt sich die Geschichte, wie sie vor 400 Jahren und auch heute so manches Mal das Leben schreibt. In der Gier nach höchstmöglichem Gewinn schwinden die moralischen Skrupel, und je tiefer gesunken, umso größer der jämmerliche Aufschrei nach der Entlarvung des Betruges. Wie wunderbar Komödie in unserer Zeit funktionieren kann, beweist Alexander Simon, als er in der Rolle des Corvino seiner Frau die Notwendigkeit zur Hingabe an Volpone erklärt, sie faktisch zur Prostitution zwingt. Komik und Betroffenheit halten sich dabei die Balance- fantastisch! Bedauerlich bleibt über das gesamte Stück hinweg aber dann doch Mitko Gotscheffs fehlender Mut zur Komödie, den er immer wieder durch seinen "moralischen Zeigefinger" ersetzt, als ob ihm das Vertrauen in das Publikum, das feine Gespinst aus Ironie, Satire und Spaß zu erkennen, fehle. So schlittert Mitko Gotscheff mit seiner Inszenierung oft an plumper Comedy vorbei, lässt die bedauernswerte Valery Tscheplanowa in der Rolle von Corvinos Frau in einer Karikatur verharren und erschlägt den Zuschauer am Ende noch mit einem Heiner Müller Zitat aus dem dramatischen Off. Heißt es sonst in Kritiken: Nun, nicht jeder Schauspieler kann Komödien spielen, heißt es dieses Mal, nicht jeder Regisseur kann Komödien inszenieren. Mitko Gotscheff sollte bei seinen Leisten bleiben, die Komödie gehört nicht dazu. Den Schauspielern sowie Stefan Heyme mit einem genialen minimalistischen Bühnenbild und Bert Wrede für die Musik sei aufrichtig gedankt, dass am Ende dieses Theaterabends nicht nur ein schaler Geschmack im Munde blieb. A.C. |