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Das Käthchen von Heilbronn
von Heinrich von Kleist |
Bei der Feuerprobe hilft der Himmel | |
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Regie: Nicolas Stemann Musikalische Leitung: Michael Nündel mit Frank Seppeler, Christine Schorn, Peter Pagel, Aylin Esener, Horst Lebinsky, Inka Friedrich, Thomas Schmidt, Michael Schweighöfer Kurzkritik „Vertrauen Sie uns, lieben Sie uns“ bettelt das Schauspielerseptett, und das Publikum, nicht ahnend, was es erwartet, quittiert willig diese seltsame Bitte mit Murmeln. Noch einmal im weiteren Verlauf des Stückes beschwört der Rheingraf vom Stein die Zuschauer, als nach einer Stunde das Licht im Saal angeht und die Leute sich sehr schnell von ihren Sitzen erheben. Aber es gibt keine Pause, sondern lediglich die auf die Sitzreihen verteilten Sänger des himmlischen Berliner Chors formieren sich neu draußen im Foyer, um von dort mit ihren Sphärenklängen die überirdische Liebeserleuchtung endlich auch über den sanften Graf Friedrich Wetter vom Strahl zu ergießen. Der kann immerhin nun auf die Worte des unsichtbar aus einem schwarzen Kasten dröhnenden Kaisers vertrauen, dass das bürgerliche Käthchen „einst seinen Lenden entspross“, und somit nun doch eine standesgemäße Verbindung für den Grafen darstellt. |
Da das Vertrauen in dieser seltsam indifferenten Inszenierung von Nicolas Stemann offenbar eine große Rolle spielt, wäre er vielleicht besser beraten gewesen, audf Kleists Konzept zu bauen und das klassische Rührstück mit ein wenig mehr Pep und Satire richtig herauszuputzen (wie wär`s mit Mounty Python oder so?), als nur ein paar Video-Portraits oder wilde Kritzeleien zu zeigen, die das Schlachtengetümmel nach Art von Bilderrätseln an die Wand werfen. Angeblich hatte Stemann sein Konzept schon vor der ersten Probe stehen. Aber was für ein Konzept? Die Schauspieler am Bühnenrand erzählen so nebenbei die romantische Geschichte des jungen Käthchen (Inka Friedrich), das schier der Blitz trifft, als es dem Grafen Friedrich Wetter vom Strahl zum ersten Mal in der Schmiede des Vaters begegnet. Seither ist es um das arme Mädchen geschehen; es folgt dem Ritter auf Schritt und Tritt wie ein treues Hündchen, das weder mit Worten noch mit Drohungen fortzujagen ist. Mit dem Blick des Grafen vom Strahl, der sich darob vor einem Feme-Gericht wegen Hexerei zu verantworten hat, scheint es in der Tat etwas auf sich zu haben: Denn später fällt er sogar einen gepanzerten Soldaten des Kaisers wie einen Baum - allein mit seinen blauen Augen. Ob Frank Seppeler, - immerhin ein smarter, wenn auch etwas hilfloser junger Mann, der sich gerne zunächst einmal von der schönen Kunigunde von Thurneck verführen lässt (Aylin Esener, auch schon mal als flotte Reporterin im dünnen Hemdchen), - das so richtig verinnerlicht hat, bleibt fraglich, wie so manches in dieser mit vielen Streichungen versehenen Fassung. Klar, kann man Kleist nicht mehr mit Schlössern, Pferden und schepperndem Kampfgetümmel auf die Bühne hieven, aber so ziellos, wie die Grafen und Ritter auf der kahlen Drehbühne herumstolpern und fallen, braucht es schon einiger Phantasie (und der Kenntnis der Geschichte), um den Burschen da oben zu folgen. Mitleid überfällt einen angesichts des starrköpfig liebenden Mädchens, das der eigentlichen des Grafen auch noch die Kastanien aus dem Ofen, das heißt, ein „Futtral“ aus dem brennenden Schloss holen soll. Aha, merkt man doch die Absicht der falschen Kunigunde, die nicht nur den Friedrich, sondern auch dessen Ländle in Besitz zu nehmen und die Nebenbuhlerin auf diese Weise auszuschalten gedenkt. Aber die Engel helfen der treuen Jungfrau, deren wahnwitzige Hartnäckigkeit einer Johanna von Orléans würdig wäre, retten sie aus den Flammen und geben A.C.
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