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Leonce und Lena von Georg Büchner
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Immense Lust am Lustspiel
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Regie: Kurz und bündig So macht Theater Spaß: Grotesk und tiefsinnig, vergnüglich und spielerisch, ein Spiegel der Eitelkeit und der Macht. Eine Inszenierung, wie man sie wohl nur bei Robert Wilson erleben kann.
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Skepsis ist geboten, wenn alle Welt sich an die Kassen drängt; denn nicht immer hält die Aufführung, was des Volkes eilige Euphorie verkündet. Doch in der Wilson/Grönemeyer-Inszenierung der Büchner`schen Farce des Königskinderpaares, das zueinander kommen soll, (aber nicht will und deshalb flüchtet, sich dann doch unerkannter findet und liebt), ist alles enthalten, was ein publikumswirksames Bühnenspektakel ausmacht: Verrückte Kostüme und Masken (zwischen Commedia dell` Arte und Kasperfigurinen angesiedelt), von Jacques Reynaud und Barbara Naujok mit köstlichem Witz und absurdem Geschmack aus dem Zauberkasten der Phantasie hervorgeholt. Natürlich trägt alles die Handschrift des ungewöhnlichen Regisseurs, für den Theater ein einziger großer Spaß und eine Illusion ist. Wer die Mühsal anderer Inszenierungen von "Leonce und Lena" kennt, weiß mit Freude zu schätzen, was sich hier als ein buntes Kaleidoskop von Einfällen zeigt. Grönemeyer hat in seiner eigenen Manier komponiert, und die Darsteller-Sänger wissen sehr wohl, wie sie mit den teils fetzigen, teils romantisch-schmachtenden Noten umzugehen haben. (Die Band unter Hans-Jörn Brandenburg macht mächtig Musik). Es ist eine Lust, dies Lustspiel zu schauen, zu hören und zu spielen - für alle Beteiligten. Alle Darsteller, vornan Stefan Kurt als Valerio, Nina Hoss als Lena, Markus Meyer als Leonce, Walter Schmidinger als König Peter, geben ihren Figuren eine herrlich skurrile Persönlichkeit: Die Hofschranzen sind ebensolche, der König ist ein blaublütiger Trottel und das Volk ein Lämmerhaufen, der beblökt, was man ihm vorsetzt. Interviews mit Wilson und Grönemeyer sowie ein vollständiger Abdruck der Texte und der Songs sowie der wunderbar ausgeleuchteten und mit nur wenigen Zutaten in eine traumhafte Guckkastenwelt verwandelten Bühne (auch von Wilson) kennzeichnen auch das edle Programmheft. A.C. |