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Nora von
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Schicksal einer behüteten Frau
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Regie und Bearbeitung: Folke Braband Kostüme: Stephan Dietrich
mit Esther Linkenbach, Konstanze
Proebster, Fritz Bleuler, Romana Fuhrmann, Otto Strecker
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Während die "Nora" Inszenierung an der Schaubühne am Lehniner Platz unter allen Theaterexperten Furore machte und man hingerissen war wegen eines Aquarium, in das der unliebsame und selbstzufriedene Ehegatte am Ende gerechterweise hineinplumpst, spielte sich eine kleine, aber sehr viel feinere Nora-Inszenierung in die Herzen ihrer Zuschauer: An der Vaganten Bühne zeichnen die Darsteller sehr leise, sehr eindringlich und sensibel das Bild jener unselbständigen, weltfremden jungen Ehefrau, die erst von ihrem Vater auf Händen, dann von ihrem Ehemann, einem gestrengen Bankier, fern von aller Wirklichkeit in einem Käfig gehalten wird - allein zur Zierde, zum Schmuck, zur Augenweide des Mannes, der das plötzliche Erwachen seiner Puppenfrau weder begreifen noch ertragen noch ihr in ihrer echten Not zur Seite stehen kann. Man könnte die Geschichte einer naiven Schuldverstrickung , die allerdings Existenzbedrohende Konsequenzen nach sich zieht, durchaus und mit Vehemenz in die Gegenwart versetzen; aber wenn, wie bei Ibsen, die Sprache gewaltig, die Geschichte zeitlos, und wenn die Schauspieler stark genug sind, Transparenz und Dauerhaftigkeit zu garantieren, ist ein Modernismus unnötig oder sogar peinlich. Wer die "Nora" an der Schaubühne gesehen hat, sollte sich diese Version nicht entgehen lassen. Ein Vergleich beider Inszenierungen ist ereichernd. A.C. |