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Jirí-Kylián- von und mit Tänzern des Staatsballetts
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Ab-originelles - Trauer und Verbundenheit - Ausgelassenheit
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Ein Abend in drei Teilen
mit dem Orchester der Deutschen Oper Aufführungen im Dezember, Januar und März 2005
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Stamping Ground Musik von Carlos Chávez Es tanzen: Corinna Verdeil, Alexander Korn, Kathlyn Pope, Maria Giambona, Michael Banzhaf, Martin Szymanski Diese frisch "gestampften " Variationen uralter, ritueller Tänze sind den australischen Ureinwohnern abgeguckt und im höchsten Maße ästhetisiert - das ist brillant, witzig und spannend zugleich, und endlich haben Schlaginstrumente ihren großen Einsatz: Trommelwirbel und dumpfe Klänge zu uralten Rhythmen, tief verwurzelt in das animalische und pflanzliche Leben, das sich in immer neuen Wiedergeburten offenbart. Da strecken und recken sich die Gliedmaßen der elastischen Körper zu erwachendem Leben, winden sich Schlangen und entfalten sich Insekten - Libellen vielleicht - und flirren um die Männchen herum. Weibchen bilden eine Phalanx, um die Vorherrschaft zu übernehmen. Aber da entwickeln sich auch die übermütigen kleinen Menschenjungen zu erwachsenen Männern; noch ist ihr erdgebundenes Stampfen ziemlich unbeholfen, verfeinert sich aber zunehmend, wird kraftvoller, selbstsicherer, dynamisch-fordernd. Der Mensch entdeckt den eigenen Körper, löst sich von den anderen Artgenossen, scheut noch vor dem fremden Geschlecht, um sich dann -allmählich merklich selbstsicherer - in der gesellschaftlichen neu gefundenen Rollenzuteilung zu behaupten. Initiationen von Männlichkeit und Weiblichkeit. Das ist ausgesprochen intensiv und kurzweilig, humorvoll und eindringlich. Der zweite Teil: "Rückkehr ins fremde Land", am Flügel David Johnson, ist sehr viel akademischer, spiritueller, zeigt die langsam werdende Ausformung der Paartänze- einen Pas de Trois mit Mariane Joly,Martin Buczkó und Rainer Krenstätter zum ersten Satz aus "Vorahnung aus der Klaviersonate es-Moll" "1.X,1905 von Leos Janácek. Der zweite, ein Pas de Deux, getanzt von Beatrice Knop und Ronald Savkovis zu Janáceks Nr. 5 aus der 2. Reihe der Sammlung "Auf verwachsenem Pfad (1908), befindet sich auf der sehr fein ausdifferenzierten choreografischen Suche zu den Themen menschlicher Verbundenheit ( langsam werdend, wachsend, sich auflösend und wieder neu findend) und der Trauer, aber auch der Freude, sich gefunden zu haben wie im dritten Pas de Deux mit Mariane Joly und Martin Buczkó, (Janácek "Nr. 1 aus "im Nebel" 1912), die sich nun sehr viel kraftvoller und freier in dies Thema einbringen. Im vierten- wieder ein Pas de Trois - mit Beatrice Knop, Ronald Savkovic und Ibrahim Önal (2. Satz aus der Klaviersonate es-Moll "1.X.1905) wird es ausgesprochen filigran, sehr langsam sind nun die um einander kreisenden Figuren der Tänzer, die Akrobatik mit akademischer Präzision und Musikalität darbieten. Sehr viel Beifall für diese ausgesprochen vorbildlichen Einblick in die Schwierigkeitsgrade höchst verfeinerter Technik. 3. Teil: Sinfonie in D - Musik von Joseph Haydn Ausgesprochen fröhlich und - wie in clownesken Nummern üblich - von ausgefeilter artifizieller Ausführung ist der dritte Teil des Abends, der tänzerisch brillant die strengen, zuvor noch unerbittlich formell gezeigten tänzerischen Gesetze zum Teil nun auflöst und in ihr Gegenteil verkehrt, die Rollen der Geschlechter im Paartanz vertauscht, die stürmischen Abläufe durch burleske Verwirrungen und absurde Einfügungen unterbricht und die große Anspannung löst, die soeben noch im vorherigen Part vorherrschte. Dazu frischt das Orchester unter der Leitung von Vello Pähn die Sinfonie D-Dur Nr. 101 "Die Uhr" (1794) und die Sinfonie D-Dur Nr. 73 "La Chasse (1781) derart fröhlich auf, das man nicht genau zu merken vermag, wer nun eigentlich wen beflügelt: die Musik das Corps de Ballett oder die Heiterkeit des Tanzes die überaus kurzweiligen Sätze der Haydn-ischen Komposition. Allein dieses Teils wegen lohnt der Besuch an diesem Abend - das Vergnügen ist selten und wohl daher auch daran teilhaftig, dass dieser Ballettabend nun schon über 70 Aufführungen seit 1981 erlebte. Mit allen Tänzern der Compagnie. A.C.
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