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Der Fall des Hauses Usher von
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Im Kerker kranker Seelen
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OPERNFRAGMENT
nach einer Erzählung von Edgar Alan Poe_ Klavierfassung/Bearbeitung von Juan Allende-Blin
Szenario: Michael von zur Mühlen und stefanpaul (musikalische Einrichtung)
Schöne Stimmen, eine unfertige, gruselige Geschichte um ein degeneriertes Geschwisterpaar und zwei weitere Gefangene im Hause Usher...
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Roderick Usher vegetiert in seinem Elternhaus und hat sich innerlich wie äußerlich fest eingebunkert: er kann und will die Steinmauern nicht mehr verlassen. Michael v. zur Mühlen lässt ihn zur Veranschaulichung seiner nekrophilen Weltflucht ständig in eine gefüllte Wanne ein- und abtauchen, die als einziges Requisit den weiß tapezierten Raum im Erdgeschoss des Hauses füllt. Wenn Roderick aus seiner leichenstarren Haltung erwacht, bemächtigt er sich des vollen, wohlklingenden Baritons von Hubert Wild, der mit schwarz umränderten Augen, wächsernem Gesicht und schlaffer Körpersprache das menschliche Wrack eines zwischen Depression und Aggression herumirrenden Einsiedlers spielt. In seinen wenigen klaren Momenten singt er aus tiefstem Herzen, leiderfüllt: "Ich will endlich leben" und "Ich will hier raus". Niemand hindert ihn, nur er sich selbst. Und da wir es mit Edgar Allan Poe zu tun haben, ist das Ganze einigermaßen ungeheuer und gruselig. Die innere Absonderung scheint an einer erbbedingten Verweichlichung und Degenerierung zu liegen. Woraus sich auch die inzestiöse Geschwisterliebe erklärt, die Roderick mit seiner Schwester Madeline verbindet. Andrea Chudak verwirrt hier mit bizarren Handlungen und unerklärlichen Attitüden, denen eine flexible Einstellung auf schwierige musikalische Partien mit überspringenden Tonfolgen entspricht. Besonders reizvoll ist auch ihre wohlig, schmelzende Einflüsterung à la Joan Baez, während das Quartett sich in fröhlicher Partylaune an modernem Liedgut erprobt. Zu den Geschwistern hat sich vor geraumer Zeit noch ein freundlicher junger Mann gesellt, der sich als Hausarzt outet und seinem Dauerpatienten sehr lässig verschiedene Arten des Suizids empfiehlt, fernab jeglicher therapeutischer Verantwortlichkeit. Allerdings wohl doch nicht energisch genug, denn dieser zieht ein erneutes Wannenbad dem wärmsten empfohlenen Tod per Plastiktüte trotzig vor. Als schließlich ein Freund ( Lars Grünwoldt) unerwartet eintrifft, dem Roderick wohl in einem seiner wachen Minuten schriftlich um Lebens-Hilfe gebeten hat, äußert sich dieser - mit schöner Stimmführung - entsetzt über das, was er da an psychopathischem Elend vorfindet. Dann allerdings gewöhnt er sich sehr bald daran und schließt sich dieser seltsamen Wohngemeinschaft an. - Als Madeline jäh durch die Wand nach außen bricht und damit ihrem Bruder signalisiert, was doch noch möglich ist, erstarrt dieser vollends, hebt den von seienr Schwester hereingeworfenen Pflasterstein auf und schleudert ihn andeutungsweise gegen die Lebenden. Und damit verlischt das Licht endgültig, sowohl für ihn als auch für uns. Weithin unvollendet ist dieses Stück, auch ein bisschen wirr, aber das darf es unter Irren ja auch wohl sein. Die Musik ist gespenstisch und die Atmosphäre ebenfalls, obwohl alles stets in helles Licht getaucht ist. Ein Jammer nur, dass sich das Autorenteam nicht etwas mehr Zeit und Phantasie gelassen hat, um eine echte Geschichte daraus zu formen. Was bleibt, sind leider nur ein Opernfragment und der gute Ansatz einer modernen Fortführung. A.C.
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