Thank you for the music - Die Abba Story

von
Kurz/Passion

 

Forever young: 

Noten fliegen durch die Zeiten

 

Wieder vom 28.6. bis zum 3.9. im Programm

Estrel Festival Center

Regie und Produktion: Bernhard Kurz, Joe Passion

Moderator: Kai Pätzmann - der sich u.a.als Moderator für die Sat1-Sportsendung "ran" und  
Schauspieler in der ARD-Vorabendserie "Verbotene Liebe" einen Namen  gemacht hat; seit 2003 moderiert Pätzmann die Sendung "sonnenklarTV" bei   9Live.

Buch: Chris Berns, Joe Passion

Musikalische Leitung: Rick Benton

Lichtdesign: Rick Belzer, Patrick Murray

Tondesign: Ricardo van Krugten, Jens Peter Schalow

Drums: Thomas Gehrke/Ken Stewart

Bass: Tobias Kabiersch/Ian Stewart

mit:

Rachel Hiew/Sharon Benton als Agnetha; Heiko Pagels/Adrian Muckley als Björn; Rick Benton/Ian Wood als Benny; Theresa Pitt/Corie Townsend als Anni-Frid

sowie: Annie McEwan/Lucy Thould als Olivia Newton-John und Joe Passion als Jerry Lee Lewis

Neue Show mit Elvis Imitator

Elvis Presley wäre am 8. Januar 2005 70 Jahre alt geworden. Den   Geburtstag des "King of Rock'n'Roll" würdigt das Estrel Berlin vom 5. bis   10. Januar mit der Live-Show "An Evening with Elvis". In dieser besonderen Hommage lässt Elvis-Darsteller Grahame Patrick Doyle das   Musikidol wieder aufleben und die wichtigsten Stationen aus seinem Leben   Revue passieren.

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Forever young - Da stehen sie - fit und frisch, wiederauferstanden - auf den Bühnen dieser Welt und betören Tausende ihrer Fans mit ihren einmaligen Liedern. Es sind junge Sänger, Tänzer, Musiker, Schauspieler aus England und Deutschland, die hoch begabt und hoch motiviert, in dieser Show von Bernhard Kurz nie vergessen lassen, dass sie "nur" eine Imitation sind, wenn auch eine ausgezeichnete: Denn auf den beiden Monitoren, die die Bühne flankieren, werden zeitgleich Videos der echten „Abba“ eingespielt, die zu Beginn sehr jung, sehr kindlich, sehr frisch sind, später schon ernster und gezeichnet von  den Strapazen eines pausenlosen Tourneelebens.

Diese Show, die nun zum zweiten Mal im Estrel-Center gastiert - allerdings nun in einem ganz anderen Rahmen - ist konsequent und authentisch aufgebaut. Sie lässt den Stars auf der Bühne (in doppelter Besetzung) genügend Raum, wenn auch in aller Double-Disziplin, die eigenen Vorzüge zur Geltung zu bringen und, eingehüllt in eine bunt blitzende Licht-Choreografie, 27 Abba-Oldies in die Blutbahnen ihrer Fans hinein zu  verversetzen. Allerdings hat man  jetzt - wohl er großen Nachfrage wegen - ,auf die intime Präsentation, bei der die Gäste unmittelbar vor der Bühne an kleinen Tischen sitzen, verzichtet und mit langen Stuhlreihen eine weiträumige, ein wenig sterile Konzert-Atmosphäre  geschaffen. Das nimmt der Show ihren unmittelbaren Reiz der Übertragung und Identifikation. Die entzückenden Sängerinnen bleiben zwar auf dem Monitoren großformatig präsent, und auch die stets nett lächelnden Musiker verstehen es durchaus, ihr charmantes mimisches Mitspiel zu verkünden, doch die strikte Trennung zwischen Bühnenpräsentation und Publikum bleibt nun einmal bestehen, daran ändern auch ein paar schnell herbeigerufene Kids nicht, die unbeholfen auf der Bühne herumstehen. Erst ganz zum Schluss, als die Akteure ihr Publikum mit rockigem Party-Pop zum rhythmischen Mittun auffordern, gerät der Saal ein wenig in Schwung - aber leider nicht ins Wanken. A.C.

Ein reich bebildertes Programmheft gibt Auskunft über die Karriere von Agnetha, Anni-Frid, Björn und Benny und auch über den künstlerischen Werdegang aller Sänger und Musiker, die als ihre Nachfahren ihr musikalisches Erbe angetreten haben.  

Über die schwedische Erfolgsgruppe:

Nicht nur die Erfolgsgeschichte der schwedischen Kultband, die sich später ABBA nennen sollte, ist ungewöhnlich - auch ihr Wiederaufleben in vielfachen Double-Besetzungen grenzt an ein Wunder. Die große Faszination, die sich mit ihrem Waterloo-Erfolg im Gran Prix d` Eurovision 1974 weltweit wie ein Feuersturm ausbreiten sollte, ist in dieser Form einzigartig geblieben. Die Beatles, die Stones, andere Gruppen und viele Single-Stars brachten es zu ungeheurer Popularität, ja, aber niemals gab es wieder ein Quartett aus zwei Pärchen von so harmonischer Ausstrahlung. Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus, Anni-Frid Lyngstad und Benny Anderson vereinten jugendliche Dynamik mit großem musikalischem Talent. Ihre Songs, die von ihnen selbst getextet , komponiert und einstudiert wurden, bargen ein Geheimnis, das Jung und Alt über all die Jahrzehnte hinweg gleichermaßen vereinnahmte. Es ist, vielleicht fast zu plakativ ausgedrückt, ein selten frischer, ein wenig sehnsüchtiger, melodiöser sound, dessen Noten beschwingt durch den Äther fliegen.

Für die Älteren sind es Erinnerungen an eine 30 Jahre jüngere Zeitspanne, für die Jüngeren ist es eine überraschende Entdeckung, dass Jahrzehnte alte Popsongs so frisch, so fetzig, so populär klingen. Lieder, die Nostalgie verkündete, aber niemals zum Oldie wurden.

Der Ruhm hatte für die jungen Schweden, die erfolgsverwöhnt durch die Welt hetzten, seinen Preis. Der Moderator, der jetzt im Esterel Center ein großes Publikum mit  drive durch die Geschichte der beiden Paare führt, deutet ihre Tragik nur behutsam an. Und ein jeder weiß sofort: Das Große, das Außergewöhnliche ist nicht umsonst zu haben; und irgendwie und irgendwann fordert der Ruhm stets sein Opfer. Könnten Stars nicht vor dieser gefährlichen Wendemarke bereits umkehren? Hat es jemals jemand geschafft im Show-Geschäft, wenn er auf dem Höhepunkt seines Erfolges stand, sich leise zurückzuziehen? Was treibt sie immerfort voran: sind es die jubelnden Fans, der benebelnde Erfolg, der jeden Abend immer wieder neu aufbrausende Applaus oder die finanziellen Größenordnungen?

 Die „Abba“ blieben, auch nachdem sie sich persönlich getrennt hatten, noch bis1982 als Gruppe musikalisch vereint. Nebenher jedoch bastelte jeder von ihnen an seiner single-Karriere. Doch solo-Aufnahmen, Film und Musical folgen anderen Gesetzen; es gibt viel Anerkennung für jeden der Künstler, aber der Ruhm, den sie als Gruppe erlangten, bleibt unerreicht.  A.C.