Die Beatles Show mit der Gruppe
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Aus dem Gestern auferstanden Ein hinreißendes Konzert - doch persönliche Informationen fehlen |
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z.Zt. nicht im Programm "All you need ist love! Ein Gastspiel im Musical-Biographie der Beatles: Beatlemania bis zum 31.Juli 2005 am 15.-17. Juli großes Beatle-Festival-Berlin "The Beatles go Philharmonic" mit dem Classical Mystery Tour Orchestra |
Die Fans kreischen und schluchzen nicht mehr, sie raufen sich auch nicht die Haare und sinken nicht mehr ermattet zu Boden - sie sind älter geworden, bleiben manierlich auf ihren Stühlen, wiegen sich noch dann und wann im Rhythmus, schwenken Arme und Feuerzeuge, begleiten die Refrains - und sie erinnern sich, wie es damals war, 1962, als eine Vierer-Knabengruppe plötzlich aus dem bislang höchst unbeachteten Liverpool auf die Weltbühne trat und zehn Jahre lang die Welt begeisterte. Mit neuer Haarpracht (Pilzkopf), engen Beinkleidern und ebenso korrekten Westen wie mit zurückhaltender Körpersprache legten die Beatles ihr ganzes Temperament und ihre enorme Musikalität allein in ihre songs, die beispielhaft und über sich hinaus zu einer neuen Kunstform avancierten sollten. Die Beatles waren, als sie Anfang der 60er Jahre ihre ersten Konzerte im Hamburger St. Pauli-Millieu gaben, wohl schon hinreißende Rockmusiker, aber es gab derer viele, zumeist Einzelkämpfer wie Elvis oder der Rockstar Tony Sheridan, der sich den Beatles klugerweise schnell anschloss. Er hatte erkannt, das dieses Klangquartett einen neuen Sound entdeckt hatte, der die Sinne aufritzte und die jugendlichen Massen in aller Welt auf Hochtouren brachte. Die Geschichte der Beatles ist vielschichtig, schillernd, menschlich wie musikalisch faszinierend. Um so weniger begreiflich ist es, dass diese Show es versäumt, außer einigen original eingespielten Videos der Beatles, auf ihre Entwicklung, ihre Geschichte, ihre persönlichen Höhe- und Tiefpunkte, auf ihre unerreichte Popularität intensiver einzugehen. Denn es sehen und hören auch viele Jugendliche diese Show, die nicht mehr sehr viel über die Beatles wissen! Bei der vorbildhaften, sehr repräsentativen Abba-Show wußte man deren Geschichte sehr viel besser einzubinden! Der Entertainer, der sich völlig untypisch als Hamburger Arbeitertyp gibt und mehr flapsig als locker dann und wann zwischen den zahlreichen und oft sehr kurz nur angespielten Hits die Mühe gibt, ein paar Bemerkungen ins Publikum zu schleudern - hättesich mit einem seriösen und informativen Konzept einbringen sollen. Aber, was den Besuch dieser Show dennoch beinahe zwingend macht, ist die hervorragende Darstellung der vier Beatle-Double - Jim Owen (John Lennon), Carmine Grippo (Ringo Starr), John Brosnan (George Harrison), die ihren Originalen an Einsatz, Lebendigkeit, Ausstrahlung und musikalischer Präsentation in nichts nachstehen. Vor allem ihr Bandleader, Tony Kisman, ist Paul McCartny wie aus dem Gesicht geschnitten. Er führt souverän und sympathisch durch den Abend, gibt im wahrsten Sinne des Wortes stets den richtigen Ton an und überträgt mit seinen Jungs von der Gruppe "Twist &Shout" 30 der unsterblichen evergreens wie z.B. "Help", "Yesterday", "She loves you" , "Penny Lane" und Yellow Submarine" mühelos in unsere Zeit. Über 30 Jahre ist es jetzt her, dass Paul McCartney die Auflösung der erfolgreichsten und reichsten Band aller Zeiten bekannt gab - doch warum? Was war vorangegangen, wie hatte es sein können, dass sich eine so gute Truppe lediglich ein letztes Mal noch, im kalten Winter 1972, vor nur kleinem Publikum auf dem Dach eines Liverpooler Hauses zusammenfand und ihr "Endspiel" inszenierte? Was mögen - neben dem Tod ihres begabten Managers - die Hauptkriterien für ihre Auflösung gewesen ein? Waren sie merkantiler oder psychologischer Art, waren die Jungs einfach ausgepowert oder regierten ihre Freundinnen zu stark in ihr Programm hinein wie die exzentrische Yoko Ono, die zweite Frau von John Lennon, die sich künstlerisch zu eng mit der Gruppe verband und den Beatles damit deren Identität nahm? Oder war es der Markt, der übersättigt war und eine neue Zeit mit Blumenkindern und Anti-Vietnam-Protesten heraufkommen sah? Sanft-agressive Liedermacher und heftig agitierende Politgruppen nahmen die Massen jetzt für sich in Anspruch. Die Zeit der Beatles war vorerst verklungen. Im Estrel ist sie jetzt wieder auferstanden. A.C.
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