Die Blues Brothers:
I'm a soul man

  mit 
Christ und Geoff Dahl

 

Heißer Abend gut gekühlt

vom 3.8.-3.9.2005
im 

    Estrel Festival Center

Kurz und bündig:

Eine Comedy-Show, die sich an die Kultfilme "The Blues Brothers und "Blues Brothers 2000" mit ihren Stars Jake und Elwood Blues anlehnt - mit Temperament, tollen Hits, viel Spaß und vor allem Talent! Ein vergnüglicher, phonstarker und gut temperierter Abend.   

 Mitwirkende:

Chris und Geoff Dahl als "Jake und Elwood Blues"

Monica Schmidt als "Aretha Franklin"
Frank Rondell als "Ray Charles"
Die Band: Gitarre : Ralf Tonnius; Drums: Kenneth Stewart, Bass: Ian Stewart;
Keyboard: Chris Lewis;
Posaune Daniel Busch;
Trompete: Eliah Sacharjew;
Saxofon: Frank Fritsch

Tänzerinnen:
Katrina McEwan (auch Choreografie)
Kim Riches
Julia Holland
Anna Guardascione
Kate Lawrence

 Produktion: Bernhard Kurz
  

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Es ist nicht zu glauben: Was auf dem Poster nach zwei unelegant herumalbernden Herren in späten Jahren aussieht, die sich hinter breitem Hut und Sonnenbrille verstecken, der eine eher schlank, der andere eher beleibt - das soll ein abendfüllendes musikalisches Event sein, ein Höhepunkt des entertainments, ein unvergessliches Revival zweier Musiker, die sich in den 70iger und 80iger Jahren mit ihrer Band in die Herzen und Beine ihrer Fans rockten, fetzige Musik arrangierten und, von Ovationen verwöhnt, in unwiederbringlicher Weise durch die Welt tourten, bis einer von diesen legendären Blues Brothers, John Belushi, mit 33 Jahren an Drogen starb?

Es ist. Denn die beiden kanadischen Brüder Chris und Geoff Dahl sind nicht nur überdurchschnittlich talentierte Musiker, Sänger und Showmen, sondern auch äußerlich ihren großen Vorbildern John Belushi und Dan Aykroyd so ähnlich, dass sich auch die eine oder andere Kritik an der fast überbordenden Darstellung als nicht so wesentlich ausnimmt. Denn, abgesehen von den bekannten Hits wie "Soul Man" und "Everybody needs somebody to love", die nicht nur die Beine der Darsteller und ihrer hübschen Mädchentruppe in artistischen Formationen bringen, sondern auch die Gäste aus ihrem Gleichgewicht, tut es der Show gut, dass sich da noch zwei weitere außergewöhnliche Sänger in den Ablauf des Abends einbringen:

Da ist einmal die schwarze Soulsängerin aus Ohio als mitreißende "Aretha Franklin", die seit ihrer Heirat mit einem Deutschen in Berlin wohnt und den Namen Monica Schmidt trägt. Ihre Stimmkraft gleicht ihrer physischen Ausstrahlung und somit beherrscht sie die Bühne absolut. Aber auch Frank Rondell als "Ray Charles", der blind, begabt und mit brüchiger Stimme einst ein großes Jazz- und Soul -begeistertes Publikum weltweit in seinen Bann schlug, kann gut verbergen, dass er eigentlich Italiener ist. Er bietet mit einer charakteristischen Einstudierung der Körpersprache und seiner rauchig-rauhen Stimme des großen Musikers eine täuschend echte Imitation. Glücklicherweise nicht perfekt, was man an Originalbildern des echten Charles auf den Videowänden gleichzeitig sehen kann. Eine bessere Imitation wünschte man sich auch bei Aretha Franklin und den späteren Blues Brothers, die ja in ihrem Kultfilm szenenweise an der Leinwand auftauchen, vor allem als "prisoners". Ob der Elvis-song "Jailhouse Rock" dabei so angebracht ist, müssen die Elvis Fans entscheiden. Jedenfalls ist er fetzig interpretiert.

Die Band ist hervorragend und bietet in guter alter Jazzer-Tradition bemerkenswerte solistische Kunststückchen, die - so ist es Brauch - mit eigenem Applaus gewürdigt werden sollten! A.C.