Ein Atemzug - Die Odyssee

von

Isabel Mundry

Tage der zeitgenössischen Oper 

   

Deutsche Oper

Isabel Mundrys EIN ATEMZUG – DIE ODYSSEE, in enger Zusammenarbeit mit der Regisseurin und Choreographin Reinhild Hoffmann und der Dramaturgin Theresia Birkenhauer entstanden, bietet eine ganz eigene Sicht der Gattung Oper auf den Mythos. Das Auftragswerk der Deutschen Oper Berlin wird am 7. September 2005, 19.30 Uhr, zur Uraufführung gelangen

 

Besetzung |

Orchester [auch räumlich verteilt], Chor [12 S, 6 A, 6 T, 6 B], 9 Musiker, die solistisch auf der Bühne agieren, 1 Frauenstimme [Sopran, experimenteller Gesang – Penelope], 1 Bariton [Odysseus], 1 Countertenor [Hermes/Athene/Teresias/Kirke], 8 Tänzer 

 

 

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 Das Szenarium

Ouvertüre Von einem Moment aus entfaltet sich die Erinnerung rückwärts. Überleitung Athene trifft auf Penelope. Penelopes Atem Aus dem Atem der Penelope entwickelt sich ein Gesang von der Belagerung in Ithaka.

Überleitung Hermes wendet sich zu Odysseus, der bei Kalypso festsitzt. Erinnerung an die Abenteuer des Odysseus Der wartende Odysseus erinnert seine Abenteuer. Rückkehr nach Ithaka im Schlaf Die Kategorien verschwimmen.

Krieg in Ithaka Das Geschehen wird unterbrochen und kennt keine Bilder mehr. Wiedererkennen – Wiederbegegnen Aus der Kriegsszene geht die Stimme des Odysseus hervor. Die Begegnung von Odysseus und Penelope ist von Fremdheit gezeichnet. Schluss Penelope, Odysseus und Athene gehen auseinander – sie verstreuen sich.

 »Es geht mir darum, dass die Odyssee keine große Reise ist, sondern ein Zustand des Übergangs von Raumorientierung zur Orientierungslosigkeit - und der kann im intimsten Raum bereits beginnen. Der Atem verkörpert den intimsten Raumklang, und selbst der befindet sich bereits auf einer Schwelle von Innen- und Außenraum (meines Körpers und dem Raum, der ihn umgibt). Zum anderen mensuriert der Atem die Zeit, unwillkürlich, aber doch gebunden an eine jeweilige Situation, was ihn vom abstrakten Ticken der Uhr unterscheidet.« 

»In der zeitgenössischen Musik müssen wir selber aus dem prinzipiell Offenen Formen erzeugen, Klänge zusammenhalten, zerlegen, vervielfältigen usw. Unwillkürlich findet sich hier metaphorisches Denken. Die Überschriften dienen, ähnlich wie sonstige Werktitel, dem Zweck, einen Aspekt der Musik in Worte zu fassen, um der Interpretation einen Hinweis zu geben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade in zeitgenössischer Musik Bilder äußerst hilfreich sein können, ohne die Musik zu ‚verraten’. Sie fassen gegebenenfalls einen Zustand zusammen, der auch für das Denken beim Komponieren tragend war.«

ISABEL MUNDRY

 

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