Elvis in concert

 von
Grahame Patrick

 

 

Love me tender - Herz und Schmerz à la Elvis bleiben unerreicht 

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  Estrel Festival Center

 Blue Christmas 
mit Elvis-Double Graham Patrick, Gospelsängerinnen und einer Live-Band  

 

Regie/ Produzent: Bernhard Kurz
Bühnenbild: Bernhard Kurz
Technik: Jens Peter Schalow, Lars Opper, Stephan Thomsen 

Bandleader: Ric Engelhardt
Musiker: Ralf Tonnius/ Chris Evans/ Skip  Reinhardt/ Daniel  Busch/ Frank Fritsch/Jenne BrüssowKostüme: Silke Nürge-Mayr, Rachel Tremblay

 

Stars in concert ab 1. Feburar 2006

ist eine weitere und zwar bessere Variante und bringt mehr Schwung und Abwechslung. Verschiedene Akteure interpretieren große Pop-Stars und zeigen über Videos deren Original-Auftritte: Zur Zeit sind in der( sich seit 9 Jahren präsentierenden Erfolgsshow) auf der Bühne Susanne Goulet als hinreißende Liza Minelli zu sehen, ferner William Hall als Michael Jackson ( sehr schön gruselig), Rachel Hiew als Cher ( ein Augenschmaus) sowie Paul Langley als Boy George mit perfekt imitiertem Sound. Brian Duprey versucht sich als Frank Sinatra - aber da fehlt ihm wohl  doch noch das gewisse Etwas.

 

Zurück

 

Elvis Presley war, ist und wird wahrscheinlich auch der reichste Sänger der Welt bleiben  - beziehungsweise seine lachenden Erben. Vor allem aber haben sein einzigartiges Timbre und ein sich stets erneuerndes Fan-Publikum ihn und seine songs unvergänglich gemacht. Die Legende Elvis ist im Original jederzeit noch auf Filmen, Videos oder auch in Double-Entertainments abrufbar, wie in Berlin jetzt erneut bei der großen Show im Estrel-Festival Center mit dem

 Patrick ist kein Elvis, aber ein Elvis-Interpret, weitaus kraftvoller, männlicher, rauher und intensiver als er, aber auch angestrengter: Ein Sänger, der Elvis spielt, aber der ihn nicht wirklich „inhaliert“ hat; er bleibt selbst zu sehr Individuum, und das ist auch legitim, weil er ja ein gänzlicher anderer Mensch ist - nur zufällig von der Natur mit ähnlichen Stimmbandeigenarten und Qualitäten ausgestattet. Mit 37 songs am Abend stark beansprucht, muss sich Patrick in Rekordzeiten umkleiden, um sich stets neu im Elvis-konformen look zu präsentieren; dabei gönnt ihm die sonst nur  spärlich ausgestattete Show lediglich knappe Pausen, die mit banaler Plauderei überbrückt werden. Das ist äußerst bedauerlich, denn man sah die großen Stars-in-Concert-Shows schon sehr viel eindrucksvoller wie etwa die Abba- und die Beatles- Präsentationen. Auch die Blues-Brothers werden hinreißend präsentiert! Hier wird die Geschichte, werden die Schicksale der Bands und ihrer Gründer, ihrer Interpreten wirklich lebendig; auf den großen Videoleinwänden werden die künstlerischen Entwicklungen parallel in der zeitlichen Einordnung zu ihren Kompositionen und ihren Erfolgen eingespielt. Das

Das wäre auch bei einer Elvis-Show sehr gut möglich; denn was hat dieser Mann für ein Leben gelebt? Märchenhafter, kometenhafter Aufstieg, Erfolge, Triumpfe, Liebesglück, Liebesleid, Wehrdienst in Deutschland, unmögliche Filme, Neustart, glamouröse Empfänge, Abstieg, Betrug, Spiritualität, Drogen, Verfall, noch einmal Glanz und Glorie in Las Vegas, rauschende Nächte, bitterer gesundheitlicher Verfall - und immer blieb ihm eines: diese sagenhafte Stimme und über 1000 songs!

Es gab - auch in Berlin - bereits hervorragende Inszenierungen an den Theatern mit jungen ausgezeichneten Schauspielern, die die Persönlichkeit des großen Rock'n Roll-Stars sowohl in seiner Größe als auch in seiner menschlichen Einsamkeit dazustellen vermochten. Auch gibt es die Möglichkeit, sich einmal anzuschauen, wie ein großer Star einen anderen großen Star spielt, nachspielt und doch er selbst bleibt: Judy Winter als Marlene am Renaissance-Theater! .

Doch gebührt dem Interpreten die Anerkennung, sich in die Fußstapfen eines Sängers begeben zu haben, der kein erhabener Künstler und sogar ein miserabler Schauspieler war, der aber eine große Ausstrahlung hatte, wenn er unmittelbar seinem Publikum gegenüberstand und einfach nur sang und sich selbst einbrachte: Lächelnd, immer ein bisschen verlegen und scheu, mit jungenhaftem Charme und einer Stimme, die einen unerreichten Nachklang hatte: weich, zärtlich, mit vielerlei Nuancen, herausfordernd, erotisch – vor allem in den weichen, samtenen Tieflagen, die mit den Möglichkeiten eines weit fließenden Ausdrucks spielten. Einmalig auch dieser durch alles Mark fließende Nachklang, der gurgelnd, tief  angesetzt, sich ausdehnend irgendwo verklingt und ein Schauern hervorruft. Dass seine glucksenden Rock-Reißer einfach nachzusingen sind, versteht sich, obwohl auch hier die Atmosphäre des schreienden, kreischenden Fan-Publikums nicht durch Animation zu erreichen ist. Das hatte etwas mit dem Charisma von Elvis zu tun. Und um das wiederzubringen, hätte man ihn schon klonen müssen... A.C.