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The Celtic Rock Opera
in der Max-Schmeling-Halle
Mitwirkende: Michael Mendl als Merlin, Simon Nicol von
Fairport Convention, Les Holroyd von Barclay James Harvest, John
Helliwell von Supertramp am Saxophon, Johnny Logan als König Artus,
Tänzer der Theatergruppe "Feuervogel", Simone Heitinga als
Luftakrobatin, Judy Weiss als Guinevere, Folksängerin Jacqui McShee als
Zauberin Morgana
sowie das
Bulgarische Sinfonieorchester und die Rockband Fairport Convention
Start der Tournee in
Bremen Von dort aus zieht der 120 Tonnen Material schwere und 180 Mann
starke Tross bis Ende Januar durch Deutschland.
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Excalibur heißt das Zauberschwert
von König Artus, dem Helden aus einer Zeit, als die Erinnerung an Mythen
und Legenden aus der Vorzeit zwar noch lebendig war, Elfen und
Fabelwesen, wie Feen und Zwerge allerdings mit dem "Alten Volk" längst
und beinahe vollständig untergegangen waren. Die wundersame
Phantasiewelt in dem Epos "Der Herr der Ringe" basiert auf eben diesem
Mythos, das eine glücklichere Welt beschreibt, die unterging als das
Böse auf die Erde kam: Es quoll aus dem Inneren des Erdballs, kleidete
sich in Feuer und Flammen, in Verwüstung und Vernichtung. Vulkane
entfalteten jäh ihre Kraft und zerstörten eine blühende Erde, bis eine
neue Epoche anbrach, eine neue Fruchtbarkeit, in der sich wieder Leben
entwickelte.Das ist eine
wunderbare Verklärung der mächtigen Naturgewalten. Als die neue Zeit
anbrach, gebar sie zunächst Kriege, Machtkämpfe, Feindschaften unter den
Menschen bis ein Knabe das legendäre, vom Zauberer Merlin, aus der alten
Zeit gerettete Schwert Excalibur mit leichter Hand aus dem Stein zog und
fortan eine lange Zeit über die Menschen im Norden Europas regierte.
Aber das erwünschte Glück, das sich Merlin durch den Träger dieser
Reliquie versprochen hatte, kehrte nicht zurück.
Doch noch waren in jener Geschichte
alte Zauberkräfte und neue Wirklichkeit miteinander verwoben - ein
Zauberschwert bestimmte ihrer aller Schicksal. Kämpfe wurden wie eh und
je mit Schwert und Feuer ausgetragen, Macht willkürlich erworben und
unter den treuen Vasallen und mächtigen Clans aufgeteilt. Die Ritter der
Tafelrunde waren keine nette Zechgesellschaft; Sie waren Raubeine und
Raufbolde - bis ein Ritter erschien und als Vorbote einer neuen Zeit
wiederum die Tafelrunde zu ihrem Höhepunkt, aber auch zu ihrer Auflösung
führte: Lanzelot, der strahlende Held, der vom Heiligen Gral als Künder
des Christentums berichtete, war in die Gemeinschaft getreten und raubte
nicht nur das Herz der schönen Guinevere, der Gemahlin Arturs, sondern
auch den Tafelrittern die gemächliche Ruhe. Man machte sich auf, den
Heiligen Gral zu suchen, eine Reliquie des gekreuzigten Heilands, das
Symbol einer neuen Epoche, die Frieden, Wohlstand und Nächstenliebe
versprach- und doch wieder - unter dem Zeichen des Kreuzes - verheerende
Kriege und Willkür über die Menschheit bringen würde.
Aber die Artus-Sage endet mit
der Suche nach dem Gral durch den Ritters Lanzelot, von Richard Wagner
musikalisch zu gewaltigen Dramen verwandelt, in denen die
Gottheiten und Helden der germanischen Sagenwelt ihre eigene Vernichtung
vorbereiten. Die ursprüngliche Artussage wurde immer wieder neu
verfilmt, in verschiedenen Facetten literarisch aufgearbeitet und nun -
in Berlin erstmals - als so genannte Rock-Oper einen Abend lang in der
ausverkauften Max-Schmeling-Halle dargeboten. Tausende junge und ältere
Fans strömten
an diesem kalten Januarabend in die rund 11000 Personen fassende Halle,
besetzten alle Ränge bis auf den letzten Platz, wurden noch in die
letzten Winkel und Ecken placiert, von denen aus man das Bühnenspektakel
nur klitzeklein wahrnehmen und die wenig kunstvolle Kameraführung auf
den Monitoren leider nicht in gewünschter Klarheit verfolgen konnte.
Wie überhaupt der Name für diese Show etwas hochtrabend gewählt wurde,
gedacht eher für eine Garde alter Barden, deren Stimmen die Melancholie
keltischer Balladen wohl anrührend wiedergaben, auch wohl in wütenden
Ausbrüchen an alte Rockerzeiten anknüpften konnten, jedoch vermisste man
ihre dramaturgische Einbeziehung in die Geschichte der phantasievollen
Sage. Es war wohl eher eine Reminiszenz an gute alte Zeiten der nun
selbst schon zu Legenden gewordenen Stars wie Simon Nicol mit
angespannter Eleganz, Les Holroyd eher vokal gemäßigt, und auch Solo des
Supertramp-Saxophonisten John Helliway verklang in sanfter Wehmut. Der
berühmte Johnny Logan
als Artus, von mächtiger Statur und mit stimmlich breitem Umfang, konnte
mit den songs "Circle of Life" und "The Elements" das Publikum
doch hin und wieder aus seiner Reserve zu Beifallsbekundungen
herausreißen. Aber sonst?
Der Schauspieler Michael Mendl
("Schlafes Bruder") im wunderbar wallenden Zauberermantel - wie
überhaupt sämtliche Kostüme eine prachtvolle, glänzende Augenweide
darboten - Mendl also führte mit rauchig-kraftvollem Timbre durch die
mit Tanzwirbel und Akrobatik gespickte Handlung, wobei sowohl seine
eigene Vorgeschichte als auch die weiteren Etappen nur angerissen wurden, und
alles eher den Eindruck vermittelte, dass
vordringlich die Songs der Sänger im Vordergrund dieser lockeren Revue standen und die
Artus-Sage nur ein Mittel zu eben diesem Zweck darstellte. Eine opernhaft verbindende Struktur oder besser: der gewünschte
Musical-Effekt einer sich mit Schauspiel und Musik verbindenden Handlung
fehlte, an seine Stelle trat eine aber durchaus beeindruckende bunte
Bühnenshow. Auch konnten die beiden seitwärts hereingeführten
Turnierpferde, hübsch bunt behangen und geschmückt, nicht viel
Spektakuläres beitragen; Denn Lanzelot und Artus stiegen flugs ab, um
sich auf dem schimmernden, schwertähnlichen Laufsteg ein karges Duell zu
liefern, bei dem es ja bekanntlich um die gemeinsam geliebte Dame geht,
was sich hier, szenisch durchaus gelungen, im Vorfeld recht hübscher
tänzerischer Parallel-Choreografie und einem inniglichen Duett von Artus
und Guinevere (Judy Weiss) andeutete. Aber trotz Nebel und Funken
und blitzenden farbigen Lichtspots, trotz aller verführerischer Eleganz
der Zauberin Morgan (Jacqui McShee mit bezaubernder Feenstimme ähnlich
Liv Tyler als Elbenkönigin), trotz der bizarr kostümierten und auf ihren
Stelzen artistische Sprünge vollführenden Tänzer der "bösen Mächte",
wollte das Spektakel nicht so richtig zünden, und man begab sich nach
vierstündiger Beschallung mit einem Gefühl der Ernüchterung auf den
kalten Heimweg. Die Artus-Sage war wie der Heilige Gral in
dramaturgischen Versatzstücken verloren gegangen. A.C.
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