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Veronika beschließt zu sterben nach
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Ein Psychiater zum Irrewerden
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In einer Bearbeitung/ Inszenierung von Hakon Hirzenberger Dramaturgie: Michael Philipps; Regieassistenz: Carsten Kochan, Bärbel Lober; Bühne: Matthias Schaller, Kostüme: Doris Homolka; Musik: Wolfgang Peidelstein
mit: Nadine Schori, Jennipher Antoni, Rita Feldmeier, Sabine Scholze, Friederike Walke, Helmut G. Fritzsch, Moritz Führmann, Carsten Kochan, Uwe Eric Laufenberg, Philiipp Mauritz, Henrik Schubert
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Veronika ( Nadine Schori), die zunächst als zartes, liebenswertes, leicht lebensfremdes Wesen vor den Zuschauern wie eine Erscheinung auftaucht, nimmt sich mit Tabletten das Leben; das heißt, sie versucht es. Doch die Flucht aus der Langeweile ihres Bibliothekarinnendaseins gelingt nur halb: sie erwacht in einer Irrenanstalt und wird in ihrer unfassbaren Wut, weiterleben zu müssen, mit einem neuen Problem konfrontiert: vermutlich wird sie dennoch sterben und zwar durch eine unreparable Schädigung ihres Herzens. In ersten Analysegesprächen mit dem Chefarzt der Anstalt wütet die eben noch so zarte Elfe wie eine Furie gegen die energische Krankenschwester (Friederike Walke) und den kühlen Dr. Igor, für dessen Persönlichkeit Uwe Eric Laufenberg eine bemerkenswerte Ausdrucksskala bereithält. Während Veronika mit ihrem Elend, kurzfristig weiterleben zu müssen, beschäftigt ist, trollen und kaspern um sie herum: die im liebenswerten Sinne verrückte Zedka, die prächtig ausgeflippt herumwuselt (Jennipher Antoni). Deren schweres Schicksal (im Buch) wird allerdings auf der Bühne nicht so recht deutlich und stellt sich vielmehr als mögliches Hirngespinst dar. Die ältere Mari (Rita Feldmeier), die wegen Panikattacken eingeliefert wurde und nun von Mann und Beruf isoliert ist, beschließt, freiwillig zu bleiben; wie alle anderen übrigens auch. Da die vier Männer ihr absonderliches Gebärden- und Mienenspiel doch so arg treiben, wird nicht so recht deutlich, dass sie ihre Tobsuchtsanfälle und Wahngespinste nur spielen, um der "Neuen" Angst einzujagen und sich mit einer Art Lausbubenspiele vergnüglich zu unterhalten. Auch das junge Publikum hat seine Freude an ihnen. Doch während die Irren toben, jagen und wüten, kämpft ein Arzt um das Leben seiner Patientin. Und, ob "Drehbuch" oder Original,
die Therapie dieses Arztes ist es wert, in die Lehrbücher für Analytiker
und Therapeuten aller Richtungen aufgenommen zu werden; wie Laufenberg
rundum warmherzig und besonnen über die Einsamkeit und Bitterkeit der
Menschen reflektiert und den Ursachen sowohl medizinisch als auch
psychologisch auf den tiefen Grund kommt, das zeigt auf eine
ungewöhnliche Begabung und ist messerscharf analysiert. Bei diesem
Therapeuten möchte man gerne irre werden... Sie werden alle wieder nach draußen zurückkehren, obwohl ihnen dort kein Rosengarten versprochen ist, und die Gesellschaft innerhalb anderer Normen denkt und handelt als sie. Aber sie haben erfahren, dass es möglich ist, die Grenzen zu sprengen und in einem kleinen Paradies zu leben, das nur ihnen allein gehört- wenn sie seine Pforten gut verschließen! Sie haben erfahren, wie schwer und gefährlich es ist, einen eigenen Außenseiter-Weg zu gehen, sich der Routine nicht länger zu beugen, in einem "unangepassten" Verhalten sich selbst treu zu bleiben.
Es ist ein waghalsiges Unterfangen,
diesen psychologisch komplexen (und vielleicht besten) Romans des
brasilianischen Schriftstellers in ein Theaterstück zu verwandeln. Und
so hat man auf die getreue Wiedergabe etwa der politischen Umstände in
Slowenien, wo dieses Lebensdrama sich abspielt, verzichtet wie auch auf
die genaue Ausleuchtung und Kennzeichnung der Anstaltsinsassen.
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