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Nicht bewegen von
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Und er bewegt sich doch
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Maxim Gorki Studio mit Normann Schenk (A) und Rainer Kühn (B) Regie: Lavinia Frey, Bühne und Kostüme: Julia Kaschlinski, Dramaturgie: Uwe Gösse Deutschsprachige Erstaufführung aus dem Französischen von Reinhard Palm
Kurzfassung Zwei Menschen treffen aufeinander - der eine kann nicht aufhören, zu laufen, der andere befand sich bisher im Stillstand. Sie werden sich arrangieren müssen, denn nun kann keiner mehr so weiterleben wie bisher. Ein Gedankenspiel, das viele Interpretationen anbietet, eine Inszenierung, die u.a. deutlich macht: Der Ruhelose hat keine Zeit, das Leben zu erfahren, der Unbewegliche bleibt für sich allein.
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Was geschieht, wenn zwei völlig verschiedene Temperamente, zwei entgegenstehende Weltansichten, zwei diametrale Lebensauffassungen, wenn zwei polare Systeme aufeinander treffen? Verschiedenes ist möglich. Sie können explodieren, sich auflösen, sich anpassen, eine Symbiose bilden... Auf einem schräg von links nach rechts
sich anhebenden Sandweg läuft und läuft und läuft ein junger
Mann, hin und her, her und hin.
Er kann nicht aufhören, vorwärts zu jagen. Abgehackte Worte
enthüllen sein imaginäres Ziel: einem Radfahrer zu begegnen, einer Radfahrerin schließlich,
einer Frau mit wehendem Rock (der Autor ist Franzose!), die
ihm Liebe und ein Innehalten in der Rastlosigkeit verspricht.
Aber da die Erlösung nirgendwo in Sicht ist, läuft er weiter,
schweißüberströmt, ruhelos nicht links und rechts, nicht rückwärts schauend. Ming heißt der alte Mann, wie seine Vorfahren und seine Nachkommen heißen werden. Einfach nur Ming; seine Sprache ist dürftig, reduziert, jahrtausendelang verkümmert. Aber erfährt die Erlösung durch den Ruhelosen, nicht sogleich beim erstenmal, aber der dritten Generation Ming gelingt die langsame Auflösung aus der Starre. Das ist ein schmerzvoller Prozess, und noch ist jede Vorwärts-Bewegung durch den eigenen Körper blockiert; aber nach und nach wird der Bewegungslose frei, der Unruhige kommt zur Besinnung. Was bedeutet das? Eine philosophische Betrachtung über die zwei Wesen in unserer Persönlichkeit, auf dem Wege unserer Entwicklung? Sind wir erst jung und dynamisch, unbeherrscht in unserem Vorwärtsdrang? Und, alt geworden, nur mehr statisch, reduziert auf einen trostlosen Stillstand, wartend auf das Ende? Ist das wie bei Godot (der Autor scheint ihm nicht abgeneigt), oder sind das zwei Wesenszüge in uns, müssen wir zwischen diesen Extremen unseren persönlichen Mittelweg finden? ( so sieht es der Autor selbst). Jedenfalls lässt das spannende Experiment, das die beiden Darsteller mit ausdrucksstarker Körpersprache vorführen, vielerlei Assoziationen und Interpretationen offen. A.C. |